Do, 14. Dezember 2017

Transparenz-Report

14.11.2012 09:42

Staaten fordern von Google immer öfter Datenherausgabe

Staatliche Stellen und Strafverfolgungsbehörden rund um den Globus verlangen vom Internet-Konzern Google immer häufiger die Übergabe von Nutzerdaten. Im ersten Halbjahr 2012 stieg die Zahl der entsprechenden Verfügungen auf annähernd 21.000 Fälle weltweit, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Transparenz-Report von Google hervorgeht.

Im ersten Halbjahr 2011 lag die Zahl der Fälle noch bei knapp 16.000. An der Spitze der Länderliste stehen mit 7.969 Verfügungen die USA, gefolgt von Indien (2.319), Brasilien (1.566) und Frankreich (1.546). Deutschland liegt vor Großbritannien mit 1.533 Fällen auf Platz fünf. Österreich wurde in dem Report nicht erwähnt.

William Echikson, der Leiter des Transparenz-Büros von Google in Brüssel, nannte diese Zahlen besorgniserregend. "Wir reden hier von demokratischen Staaten", sagte Echikson. Auffällig sei, dass einige dieser Staaten sich auf der einen Seite für den Datenschutz gegenüber Unternehmen einsetzten, selbst aber immer häufiger Einblick in die Daten ihrer Bürger haben wollten.

Starkes Plus bei Löschanträgen
Noch stärker fiel im ersten Halbjahr 2012 die Steigerungsrate bei den Löschungsforderungen aus. Während sich seit 2009 die Zahl der Aufforderungen, bestimmte Inhalt zu entfernen, um die tausend Fälle pro Halbjahr bewegte, schnellte die Zahl in den ersten sechs Monaten 2012 auf 1.791 in die Höhe.

Dazu gehörte auch die Aufforderung von Bettina Wulff, der Frau des deutschen Ex-Präsidenten Christian Wulff, mehr als 3.000 Suchergebnisse bei Google zu entfernen. Google kam in acht Fällen der Forderung nach, weil diese wegen falscher Tatsachenbehauptungen rechtswidrig gewesen seien.

Türkei führt bei Löschanträgen
Bei den Löschforderungen steht die Türkei mit 501 Fällen an der Spitze, gefolgt von den USA (273), Deutschland (247), Brasilien (191) und Großbritannien (97).

Neben Google weist inzwischen auch eine Reihe von anderen Internet-Unternehmen wie Twitter, LinkedIn oder Dropbox die Statistiken zu Interventionen staatlicher Stellen aus, wenngleich dort die Zahlen wesentlich geringer sind: Twitter wurde heuer bislang in 849 Fällen um die Herausgabe von Nutzerdaten gebeten und bei Dropbox seien zwischen April 2011 und März 2012 weniger als 40 Anfragen zur Herausgabe von Daten eingetroffen, geben die Betreiber an.

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