Mi, 13. Dezember 2017

Alkomat 2.0

09.11.2012 10:37

Infrarot-Kamera erkennt Alko-Lenker schon von Weitem

Forscher der griechischen Universität Patras haben eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe die Polizei angetrunkene Autofahrer künftig schon aus der Ferne als solche identifizieren könnte. Mithilfe von Infrarot-Kameras und Bilderkennungs-Software werden Wärmebilder der Autofahrer aufgenommen und ausgewertet. Erste Tests verliefen vielversprechend.

Das System der Forscher Georgia Koukiou und Vassilis Anastassopoulos mache sich eine medizinische Besonderheit beim Alkoholkonsum zunutze, berichtet das Technik-Magazin "Technology Review". Im Blutkreislauf führt Alkohol nämlich dazu, dass sich die Gefäße erweitern und der Blutfluss unter der Haut zunimmt. Dadurch erwärmen sich bestimmte Teile des Gesichts, die am Wärmebild dann als verräterische Flecken auftauchen.

Wärmebilder entlarven Alko-Lenker von Weitem
Solche Wärmebilder lassen sich auch aus der Ferne, beispielsweise von einem Polizisten am Straßenrand, aufnehmen. Dieser könnte auf Basis der Wärmebilder entscheiden, ob er einen Alkohol-Schnelltest am verdächtigen Autofahrer durchführt oder nicht – ohne zuvor eigens mit dem Autofahrer gesprochen oder sein Verhalten beobachtet zu haben, um diese Entscheidung zu treffen.

Möglich wäre auch der direkte Einbau derartiger Systeme in Neuwagen. Vor dem Start könnte eine Kamera den Fahrer auf eine mögliche Alkoholisierung hin überprüfen und ihm im Zweifelsfall den Start des Wagens verwehren. Quasi als Wegfahrsperre für Trinker.

Test beweist: Trunkenbolde haben wärmere Nasen
Um ihr System zu testen, verabreichten die beiden Forscher 20 Probanden jeweils vier Gläser Bier. Anschließend wurden Infrarotbilder von ihren Gesichtern aufgenommen und auf Auffälligkeiten hin untersucht. Das Ergebnis: Nach vier Bier hatten die Freiwilligen rund um die Nase eine höhere Temperatur als im nüchternen Zustand. Außerdem war der Bereich um die Nase in fast allen Fällen wärmer als die Stirn.

Die automatisierte Erkennung von Trinkern lässt sich auf Basis dieser Erkenntnisse auf zwei verschiedene Arten realisieren. Entweder, indem die Wärmebilder von potenziell betrunkenen Personen mit jenen nüchterner Menschen in einer Datenbank verglichen werden und anhand der Unterschiede über den Alkoholisierungsgrad entschieden wird. Oder durch das Auslesen der Temperaturunterschiede gegenüber Nüchternen.

Auch wenn momentan noch völlig unklar ist, ob das System der beiden Forscher tatsächlich im Alltag der Polizei Einzug halten und kommerziell genutzt werden wird, scheint es doch vielversprechend. Schließlich fällt nicht jeder betrunkene Autofahrer durch das Fahren von Schlangenlinien auf, warme Nasen hingegen lassen sich schwer verbergen.

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