Di, 21. November 2017

Tod in der Karibik

08.11.2012 11:24

3.000 € gezahlt: Hinterbliebene werden hingehalten

Ein Niederösterreicher ist in die Dominikanische Republik ausgewandert und dort angeblich ertrunken. Doch seine Familie glaubt - wie berichtet - an ein Verbrechen. Von den Behörden des Karibik-Staates wird sie jedoch im Stich gelassen. Deshalb versuchen die Angehörigen, der Sache selbst auf den Grund zu gehen - und werden dabei abkassiert.

Der Niederösterreicher war im Jahr 2011 mit seiner dominikanischen Ehefrau auf die Karibikinsel ausgewandert. Plötzlich riss der Kontakt ab, bis die Stieftocher in Österreich anrief und der Familie zunächst erklärte, dass sich K. das Leben genommen habe. Wenig später hieß es dann, er sei ertrunken.

"Wenn sie wüssten, was wir mit K. gemacht haben. Aber sie wissen es nicht" – so ein Facebook-Eintrag der dominikanischen Stieftochter des 48-jährigen Auswanderers kurz nach seinem vermeintlichen Ertrinkungstod. Die Schwägerin des Toten - sie ist Anwältin - reagierte prompt: Wenn "das mit K." rauskäme, würde sie die ganze Sache auffliegen lassen.

3.000 Euro für Exhumierung, die es nie gab
Spätestens nach diesen öffentlichen Statements war sich die Familie des Niederösterreichers sicher: Ihr Angehöriger starb keines natürlichen Todes. Schwester Gabriela M. schildert: "Wir haben unseren Verdacht und die Internet-Botschaften bei der Polizei angezeigt – aber bis heute hat uns keine Behörde geholfen. Also haben wir auf eigene Faust gehandelt und einen Anwalt in der Dominikanischen Republik eingeschaltet. Wir wollten und wollen immer noch eine Exhumierung, die Überstellung der Leiche nach Österreich und eine Obduktion."

"Nichts ist geschehen"
Der zu Rate gezogene Jurist sagte, das sei kein Problem, aber es koste eben. Die Familie war dazu bereit und überwies im Mai die geforderten 3.000 Euro. Doch sie wurde hingehalten: "Nichts ist geschehen. Er ist kaum erreichbar, zögert alles hinaus und will plötzlich, dass wir ihm als Sicherheit die Rechte aufs Haus unseres Vaters übertragen", so die Schwester des Verstorbenen.

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