Fr, 20. Oktober 2017

Sieben-Stunden-OP

05.11.2012 08:47

Beine bei Unfall zermalmt: Ärzte retten Gliedmaßen

Medizinische Meisterleistung eines vierköpfigen Ärzteteams im Salzburger Unfallkrankenhaus: Einer Frau (53) aus St. Pantaleon waren bei einem Unfall beide Beine zerquetscht worden. In einer siebenstündigen Operation gelang es den Medizinern rund um Oberarzt Alexander Schmelz (Bild), die beiden Gliedmaßen zu retten.

Zu dem Unglück war es - wie berichtet - am Samstag gekommen: Eine Bäckerin hatte mit ihrem Kastenwagen in einer Einfahrt angehalten, um ihre Ware auszuladen. Sie öffnete die Heckklappe und schnappte sich das erste Brotkisterl. In dem Moment fuhr ein Autolenker (77) rückwärts in die Hauseinfahrt. Er übersah die Frau und prallte ungebremst gegen den Bäckerwagen.

Mittels Bergeschere befreit
Die 53-Jährige wurde zwischen den beiden Fahrzeugen eingeklemmt, ihre Beine regelrecht zermalmt. Sie musste von der Feuerwehr mit einer Bergeschere befreit werden. Die Crew des Rettungshubschraubers "Christophorus 6" brachte die Frau ins Unfallkrankenhaus nach Salzburg.

Dort hatten Schmelz und drei Kollegen bereits alles für eine Operation vorbereitet. Anfangs war nicht klar, ob die Beine amputiert werden müssen. Doch Schmelz und sein Team schafften die medizinische Meisterleistung – sie retteten die Beine der Frau.

Sogar Gefäße waren durchtrennt
"Wir haben sie sieben Stunden lang operiert. Bei einem Bein waren auch die Gefäße durchtrennt. Unser Spezialist hat die Gefäße aber rekonstruieren können. Die gebrochenen Knochen haben wir aneinandergefügt. Sie werden vorerst von einem äußeren Gestänge gehalten", schildert Schmelz. "Die Frau liegt jetzt im künstlichen Tiefschlaf auf der Intensivstation. Die Durchblutung ist ausgezeichnet, es sieht also ganz gut aus."

Am Dienstag wollen die Ärzte die 53-Jährige noch einmal operieren: "Da schauen wir uns erneut die Gewebsdurchblutung an und leeren Blutergüsse. Außerdem werden die gebrochenen Knochen noch mit Platten und Stiften fixiert", sagt Schmelz.

Dank der medizinischen Meisterleistung soll die Oberösterreicherin sogar wieder normal gehen können. "Das wird sicher einige Wochen dauern, aber ich gehe davon aus, dass das klappen wird", erklärt Schmelz mit einiger Zuversicht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).