Fr, 24. November 2017

Debütalbum

02.11.2012 12:07

Träumerischer Folk der Schottin Rachel Sermanni

Die junge Schottin Rachel Sermanni brilliert auf ihrem Debütalbum "Under Mountains" mit träumerischen Folk-Songs. Im Interview mit der "Krone" spricht sie über Angebot und Nachfrage an Folk-Musikern, die Kindheit in den Highlands und den Einfluss der Kirche.

Wer die populäre Folk-Rock-Band Mumford & Sons als Fürsprecher hat, ist am Karriereweg schon einmal richtig abgebogen. So geschehen bei der schottischen Singer/Songerwriterin Rachel Sermanni, die mit der Unterstützung des Londoner Quartetts bereits auf der britischen Insel auf sich aufmerksam machen konnte. Dass die Konkurrenz im Folk-Bereich groß ist, weiß sie: "Man wird doch immer mit anderen Künstlern verglichen. Ich bin eine Frau, singe und spiele Gitarre. Ich bin nicht die Einzige, die das macht. Aber du kannst dir den Respekt deiner Hörer verschaffen, wenn du ehrlich zu dir selbst und in deinen Texten bist."

Die entschleunigten Songs auf ihrem Debütalbum "Under Mountains" spiegeln die Seelenlandschaft der Künstlerin wider: "Ich schreibe gerne über meine Träume und die Bilder und Symbole, die darin entstehen." Diese Symbole sind auch auf dem Cover-Artwork der 20-Jährigen erkennbar: "Die Künstlerin Sophie Milner und ich sind uns ziemlich ähnlich. Als sie das Album erstmals gehört hat, gingen ihr viele Bilder durch den Kopf. Sie hat das Artwork sehr farbenfroh gestaltet. Es erinnert mich an die schottischen Highlands, wo ich aufgewachsen bin."

Ideen aus Erinnerungen
Einige der Songs auf "Under Mountains" hat Sermanni bereits vor sechs Jahren geschrieben: "Ich habe einfach meine Ideen aufgezeichnet, und daraus hat sich dann ein Album entwickelt. Das Konzept hat sich aber mehrfach geändert. Ich bin froh, dass ich für das Schreiben der Lieder so viel Zeit hatte, denn dadurch kam ich nie unter Druck." Eine besondere Vorliebe hat die Künstlerin für Marshmallows, die in den Texten gleich mehrfach vorkommen: "Ich erinnere mich gerne an Familien-Strandausflüge zurück, wo wir sie zubereitet haben. Solche Erinnerungen an früher, wie auch das Versteckenspielen mit meinen Geschwistern, fließen immer in meine Texte ein."

Um ihre Songs zu schreiben, braucht die Schottin eine vertraute Umgebung: "Wenn niemand zu Hause ist, dann singe und schreibe ich in meinem Schlafzimmer. Ich notiere immer alles auf Blöcken oder Zetteln, den Computer habe ich selten eingeschalten. Wie viele andere habe ich aber auch meine kreativen Schwächephasen und bringe oft über Monate nichts Vernünftiges auf Papier."

Kirche als Karriere-Wegbereiter
Woher Sermanni die Gene für ihre samtweiche Stimme hat, weiß sie selbst nicht ganz genau: "Meine Eltern können singen, aber noch viel besser zuhören und Harmonien erkennen. Als Kind bin ich mit ihnen oft in die Kirche gegangen, und die Musik dort hat mich früh geprägt. Auch wenn ich mich nicht unbedingt als religiöse Person bezeichnen würde." Die junge Sängerin wird auch noch oft von Lampenfieber und Heimweh begleitet. "Das Heimweh kommt meist am Ende einer Tour, wenn du schon erschöpft bist und dir der Körper Warnsignale sendet. Ich freue dann immer, wieder in die Highlands zurückkehren zu können."

Ein Großstadtleben könne sich Sermanni daher auch nur für einige Zeit vorstellen: "Es wäre schon mal schön, länger in einer Stadt zu sein. Ich finde auch Wien wundervoll, doch am Ende zieht es mich nach Hause. Letztes Weihnachten war ich mit einer Freundin in Indien. Das war zwar toll, aber ich habe mich nach meiner Familie und dem gemeinsamen Fest zurückgesehnt."

Studienpläne
Die nähere Zukunft will die Schottin ruhig angehen: "Da ich bei keiner großen Plattenfirma unter Vertrag bin, habe ich keinen Druck, schnell Neues zu veröffentlichen. Ich möchte auch einfach mal nichts tun und vielleicht zu studieren beginnen. Alternativmedizin wäre ein sehr interessantes Gebiet. Doch früher oder später wird es auf jeden Fall ein neues Album geben."

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