Sa, 21. Oktober 2017

Vor GP in Indien

23.10.2012 10:44

Kaltenborn: „Meine indische Herkunft bedeutet mir viel“

Sie ist die erste Teamchefin in der Geschichte der Formel 1 - und damit die einflussreichste Frau in der Königsklasse des Motorsports. Am Wochenende gastiert der Rennzirkus zum zweiten Mal in ihrem Geburtsland Indien. Der Grand Prix in Greater Noida ist daher auch für Monisha Kaltenborn ein besonderer. "Meine indische Herkunft bedeutet mir viel", versicherte die Österreicherin. Ihren zweiten Familiennamen Narang hat sie wie ihre Wurzeln nie abgelegt.

Das Interesse an der Formel 1 sei seit der Premiere im Vorjahr signifikant gestiegen, meinte Kaltenborn. "Grundsätzlich ist es in Indien für jede Sportart schwierig, neben Cricket einen Platz zu finden", meinte die Wienerin. Sowohl die Formel 1 als auch das Land würden profitieren. "Ich finde es stimmig, dass Indien als weiter aufstrebende Nation, als riesiger Markt und High-Tech-Standort mit exzellent ausgebildeten Ingenieuren einen Platz im Kalender gefunden hat."

Mit acht Jahren von Indien nach Österreich
Kaltenborn war acht Jahre alt, als ihre Eltern 1979 aus Dehradun im Norden Indiens nach Wien auswanderten, um ihr eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. "Ursprünglich dachten sie an eine neue Heimat in einem englischsprachigen Land", erzählte Kaltenborn. "Aber Wien war die erste Station unserer Auswanderung, weil ein Onkel meines Vaters dort bei der Atombehörde arbeitete. Es hat uns dort gefallen, und so sind wir geblieben."

In der Bundeshauptstadt absolvierte Kaltenborn ihr Jus-Studium, nahm auch die österreichische Staatsbürgerschaft an. Ihre Karriere hat sie bei Sauber in der Schweiz gemacht. "Seit ich beruflich zu allen Grands Prix reise, fehlt mir die Zeit für private Reisen nach Indien", erklärte die zweifache Mutter. "Zu meiner Schul- und Studienzeit war ich sehr regelmäßig dort." Außerdem habe sie ihren Mann Jens in ihrem Geburtsland nach Hindu-Ritus geheiratet.

Keine Zeit für private Besuche
"Ich fühle mich Indien sehr verbunden", sagte Kaltenborn. Zeit für private Besuche bleibt trotz einer einen Tag früheren Anreise im Rahmen des Rennens nicht. Zu viele Termine stehen auf dem Programm, zu viel steht auch für Sauber auf dem Spiel. In der Konkstrukteurs-WM ist selbst Rang fünf vor Mercedes noch möglich, wenngleich die Strecke südöstlich von Neu Delhi für den Boliden von Sergio Perez und Kamui Kobayashi nicht die ideale ist.

Die emotionale Komponente will Kaltenborn beiseiteschieben. "Wir wollen in den verbleibenden vier Rennen eine Menge Punkte holen", versicherte die 41-Jährige, die von Gründer Peter Sauber in diesem Jahr auch ein Drittel der Teamanteile überschrieben bekommen hat. Perez hat sich in diesem Jahr mit drei Podestplätzen für ein McLaren-Cockpit qualifiziert. Der Mexikaner liegt unmittelbar vor Kobayashi auf dem zehnten WM-Rang.

Wird Hülkenberg Perez-Nachfolger?
Die Fahrerpaarung für 2013 hat Sauber noch nicht bekannt gegeben. Der Deutsche Nico Hülkenberg steht als Nachfolger von Perez so gut wie fest. Das Cockpit von Kobayashi gilt trotz seines dritten Platzes im Heimrennen in Japan noch nicht als gesichert. Kaltenborn hat vorerst nur Augen für einen guten Saisonabschluss: "Wir haben nach wie vor das ehrgeizige Ziel, um Platz fünf in der WM der Konstrukteure zu kämpfen." 20 Punkte fehlen dem Privatteam auf Mercedes.

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