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21.10.2012 09:00

Der komische Klassiker: Kevin Kline wird 65

Im Grunde hat Kevin Kline einen Mann auf dem Gewissen - zumindest als Komplize. Im Jahre 1989 musste Ole Bentzen so sehr über "Ein Fisch namens Wanda" lachen, dass der Däne noch im Kino starb. Von solch tragischen Momenten abgesehen, war der Kultfilm der größte Erfolg eines Mannes, der dafür den Oscar bekam und vom ernsthaften Schauspieler zum Komiker wurde. Am Mittwoch, dem 24. Oktober, wird Kevin Kline 65.

Die Liebe zur Kunst haben ihm seine Eltern mitgegeben - allerdings zur Musik. Sein Vater sang privat Opern und hatte in St. Louis in Missouri einen Plattenladen. Doch den jungen Kevin zog es schon als Studenten auf die Theaterbühne. Dabei war er keineswegs der Klassenkasper. Im Gegenteil, Kline besuchte nach dem Studium die elitäre Juilliard School in New York und machte sich einen Namen als Charakterdarsteller. Shakespeare und andere Klassiker standen auf dem Programm, und mit dem Gewinn des Bühnenpreises Tony brachte er es zu bescheidenem Ruhm.

Die erste Hauptrolle war die eines Revolverhelden. Als "Silverado" 1985 in die Kinos kam, waren Western gerade gar nicht gefragt. Und obwohl der Film gute Kritiken bekam und schon bald ein Klassiker war, erfolgreich war er nicht. Doch der junge Kevin Kline hatte sich einen Namen gemacht - und die Aufmerksamkeit eines Engländers erregt, der eine Nebenrolle gespielt hatte: John Cleese.

Mit "Ein Fisch namens Wanda" zum Kult
Als der Ex-Monty-Python-Mann 1988 "Ein Fisch namens Wanda" drehte, heuerte er den Amerikaner an, damit der den Amerikaner spiele. Der gab sich zwar als Italiener aus ("Ich heiße Otto. Das heißt acht"), war aber der Kleinganove mit nicht ganz so viel Stil und Wissen ("Wie war das im Mittelteil?") wie John Cleese ("Nenn mich nicht dämlich!"). Es heißt, dass Hauptdarstellerin Jamie Lee Curtis bei einer Bettszene ihr Gesicht nicht aus gespielter Leidenschaft in einem Kissen vergrub, sondern weil sie dauernd über Kline lachen musste.

Der Film war schon am Starttag ein Kultfilm, ein Klassiker, einer, den man immer wieder sehen kann. Kline bekam dafür den Oscar - und war plötzlich auf komische Rollen festgelegt. In Filmen wie "French Kiss" und "In & Out - Rosa wie die Liebe" spielte er den Witzigen, aber immer mit viel Charme. Und bei "Dave" - netter Kerl sieht wie der fiese Präsident aus und ersetzt ihn - weiß man zwar nach zehn Minuten, wie es in den anderen 90 weitergeht. Aber Kline spielt beide Rollen mit so viel Herz, dass man einfach gerne zuschaut.

"Kevin-Kline-Schnurrbart-Prinzip"
Kline macht das Theaterspielen Spaß. Deshalb ist er auch immer wieder irgendwo auf der Bühne zu finden, gern in komischen Stücken, meistens aber dann doch wieder in Klassikern. Mit seiner Frau Phoebe, mit der er seit 23 Jahren verheiratet ist, hat er zwei Kinder. Weil eines Diabetes hat, engagiert er sich im Kampf gegen die Krankheit.

Dem Filmkritiker Roger Ebert verdanken wir übrigens das "Kevin-Kline-Schnurrbart-Prinzip". Demnach ist Kline in Komödien immer bärtig und in Klassikern immer rasiert. Stimmt - fast - immer.

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