Do, 14. Dezember 2017

Zahlreiche Duette

20.10.2012 17:00

Placido Domingo kehrt wieder einmal zum Pop zurück

Placido Domingo gehört zu den größten Tenören aller Zeiten. Doch nun widmet er sich der leichten Muse und überschreitet die Grenzen zwischen E- und U-Musik. Außerdem feiert er sein 45-jähriges Jubiläum an der Wiener Staatsoper.

Placido Domingo hat zurzeit viele Jubiläen zu feiern. Seit 45 Jahren bereits singt der Welttenor nicht nur an der Wiener Staatsoper, sondern auch an der L.A. Opera. In Los Angeles stand er gerade mit der 140. Rolle seiner sagenhaften Karriere auf der Bühne – kein anderer ist so vielseitig wie er. Und das beschränkt sich bei ihm nicht auf die Welt der Oper. Hin und wieder flirtet er auch mit der leichten Muse.

Und auch da gibt es noch ein Jubiläum: 20 Jahre ist es nun her, dass Domingo sein letztes Popalbum herausbrachte. "Als ich damals mit John Denver eine Platte aufgenommen habe, war ich außerhalb der Opernszene nicht so bekannt. Plötzlich hat sich mir ein neues Publikum eröffnet", erinnert er sich im "Krone"-Interview. "Viele dachten sich: Wer ist denn der Typ, der da mit John Denver singt. Ein Opernsänger? Na den schaue ich mir auch mal auf der Bühne an. So haben wir viele Fans für die Oper gewonnen."

Sang in Jugend in Rock-'n'-Roll-Band
Es war nicht sein erster Versuch im Pop-Business. Schon in seiner Jugend in Mexiko sang Domingo in einer Rock-'n'-Roll-Band. "Aber ich war kein fixes Bandmitglied", lacht er. "Ich habe Songs für sie arrangiert und bin manchmal als Background-Sänger eingesprungen. Wenn man am Anfang seiner Karriere steht, macht man doch alles, um sein Leben zu finanzieren."

Das ist natürlich kein Beweggrund mehr, wenn der 71-Jährige nun wieder die Grenzen zwischen U- und E-Musik überschreitet. Für sein brandneues Album "Songs" holte er sich Popstars wie Josh Groban, Castingshow-Gewinnerin Susan Boyle, Frankreichs Chartsstürmerin Zaz und die deutsche Samtstimme Xavier Naidoo als Duettpartner ins Studio, um mit ihnen eingängige Bar-Klassiker wie "Besame Mucho" (ein Song, den übrigens auch die frühen Beatles in ihrem Repertoire hatten), "The Girl From Ipanema" und "Wonderful World" aufzunehmen. "Diesen Song habe ich gemeinsam mit meinem Sohn Placido jr. gesungen", erzählt er. "Bei der Textzeile 'I see children cry' (Ich sehe Kinder weinen, Anm.) musste ich an meine Enkelkinder denken. Das war ein sehr familiärer, emotionaler Moment für mich."

So ganz geht das Konzept von "Songs" leider nicht auf. Zwar überzeugt Domingo auch zu den jazzigen Arrangements mit seinem bereits legendären Schmelz, doch seine ausgebildete Opernstimme wirkt bei manchen der Songs so wenig passend wie ein Frack bei einem Teekränzchen. Vor allem dann, wenn der Tenor im Duett mit ausgewiesenen U-Musik-Interpreten singt, wird der Kontrast besonders deutlich zu seinen Duett-Partnern.

Ab 7. November in der Staatsoper
Familiär wird es auch, wenn er ab 7. November bei Peter Steins Inszenierung des "Simon Boccanegra" von Guiseppe Verdi in der Wiener Staatsoper die Titelrolle singt: "Mein Sohn gibt zur selben Zeit Konzerte in Bratislava. Dann kann ich ihn endlich einmal live sehen. Es kommt sehr selten vor, dass wir beide nur so wenige Kilometer voneinander entfernt sind."

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