Mo, 11. Dezember 2017

Nach Flucht auf Rad

18.10.2012 15:01

Polizeihund "Exo" stellt bewaffneten Bankräuber in Sbg

Dieser Hund hat sich eine ordentliche Portion Knackwurst verdient: Dank "Exo" konnte ein mutmaßlicher Bankräuber (67) aus Deutschland schon knapp eineinhalb Stunden nach der Tat gestellt werden. Der Mann hatte die Raiffeisenkasse im Hallwang in Salzburg überfallen, war mit einem Fahrrad geflüchtet und hatte sich dann im Wald im Unterholz versteckt. Aber Exo fand die richtige Spur.

Raub, Erpressung, Körperverletzung - die Vorstrafenliste des Deutschen aus dem Raum Straubing ist lang. Als er wieder unter Geldnot litt, soll er sich zu dem Überfall im Hallwang entschlossen haben. Der Verdächtige hatte sich seit Tagen vorbereitet und ein Fahrrad organisiert. Mit diesem fuhr er zur Bank. Dort lehnte er das Rad an die Mauer, zog sich die Sturmhaube, die er unter der Kapuze seiner Jacke versteckt hatte, herunter und betrat um 9.54 Uhr den Schalterraum.

Mit gezückter Pistole ging der Verdächtige auf eine der sechs Angestellten zu und forderte Bargeld. Die eingeschüchterte Frau händigte ihm einige Bündel aus, laut Polizei allerdings nur eine geringe Summe. Der Räuber stopfte das Geld in ein Leinensackerl und rannte aus der Bank. Er schwang sich aufs Rad und flüchtete in Richtung Mayrwies.

Fahrradspur verfolgt
Binnen Minuten war die Polizei da, befragte die Angestellten und Zeugen und sicherte Spuren. Eine Schengen-Fahndungsstreife suchte die nähere Umgebung nach dem Fahrrad ab. In der Nähe des Recyclingshofs führen mehrere Güterwege zum Söllheimer Wald hinab. Beim ersten Weg fanden die Beamten nichts, doch beim zweiten entdeckten sie nach knapp 150 Metern eine Fahrradspur im Laub. Die Polizisten folgten den Reifenabdrücken und wurden fündig.

Bäche halten Hund nicht auf
Doch jetzt konnte nur noch ein vierbeiniger "Beamter" weiterhelfen. Fritz Scheils Fährtenhund Exo war genau die richtige Spürnase für diesen Job. "Exo hat den Sattel abgeschnüffelt und so den Geruch des Täters herausgefiltert", berichtet Scheil. Und dann ging es los. Exo schoss in Richtung Ischlerbahn-Trasse davon, Fritz Scheil und sein Kollege Walter Stütz hetzten als erste hinterher. Bei einem kleinen Bach verlor der Hund kurz die Spur. Aber am anderen Ufer ging es sofort weiter.

Exo musste sogar noch mal durch das Wasser, ehe er bei einem Gebüsch anschlug. "Ich wollte schon weitergehen, aber er hat mich regelrecht ins Dickicht gezogen", schildert Scheil. Tatsächlich: Da lag der mutmaßliche Räuber am Boden, das Sackerl mit der Waffe und der Beute an sich gedrückt. Und er zitterte, denn der Hund jagte ihm große Angst ein. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. Die komplette Beute wurde sichergestellt.

Verdächtiger gab weiteren Banküberfall in Oberösterreich zu
Bei seiner Einvernahme gab der 67-jährige Deutsche dann noch einen weiteren Überfall Ende Juni auf ein Geldinstitut im oberösterreichischen Ort Steinhaus zu. Auch damals habe er laut Polizei eine Angestellte mit einer Waffe - einer Attrappe - bedroht, Bargeld erbeutet und sei nach dem Coup, wie beim Überfall in Salzburg, auf einem Fahrrad geflüchtet.

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