Do, 23. November 2017

Umsatzeinbußen

17.10.2012 10:32

Geringe Nachfrage macht Intel und IBM zu schaffen

Der schwache PC-Markt hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel deutliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn beschert. Die Erlöse fielen im dritten Quartal im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 13,46 Milliarden Dollar, der Gewinn schrumpfte um 14,3 Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Auch das IT-Urgestein IBM schwächelte und wurde im dritten Geschäftsquartal weniger seiner leistungsstarken Firmenrechner los.

Intel-Chef Paul Otellini erklärte die Ergebnisse mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Zugleich sprach er von Fortschritten im Geschäft mit leichten Ultrabooks und Mobiltelefonen. Klassischen Chipherstellern wie Intel oder dem deutlich kleineren Rivalen AMD macht die derzeitige Flaute im PC-Markt zu schaffen. Der Absatz von Notebooks und Desktop-Computern sackte im vergangenen Quartal um mehr als acht Prozent ab.

Gleichzeitig boomt das Geschäft mit Smartphones und Tablets, in denen ihre Prozessoren kaum zum Einsatz kommen. Die Branche hofft auf den Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 Ende am 26. Oktober. Dann sollen auch mehr Tablets mit Intel-Chips auf den Markt kommen. Zudem macht Intel einen neuen Anlauf, seine Prozessoren in Smartphones unterzubringen.

Intel mit verhaltener Prognose
Die Prognose für das laufende vierte Quartal fiel trotz der Windows-8-Hoffnungen verhalten aus. Intel rechnet mit 13,6 Milliarden Dollar Umsatz, also praktisch dem Wert des Vorquartals, mit einer Schwankungsbreite von 500 Millionen Dollar mehr oder weniger.

Im vergangenen Quartal sank der Umsatz der PC-Chip-Sparte bei Intel nahezu im Einklang mit der Marktentwicklung um 8,3 Prozent auf 8,63 Milliarden Dollar. Ihr operativer Gewinn fiel um 16,9 Prozent auf 3,34 Milliarden Dollar. Im Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren gab es ein leichtes Umsatzplus bei einem nahezu unveränderten operativen Ergebnis.

IBM schwächelt bei Hardware
Auch das IT-Urgestein IBM kann sich den wirtschaftlichen Problemen in Europa und andernorts nicht entziehen. Der Umsatz der Hardwaresparte ging von Juli bis September um 13 Prozent zurück. Auch das Geschäft mit Dienstleistungen sowie mit Software büßte ein. Dazu trugen auch ungünstige Wechselkurse bei, die dem weltweit aufgestellten Unternehmen zu schaffen machten.

Insgesamt musste IBM einen Umsatzschwund im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von fünf Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar (18,93 Milliarden Euro) verkraften, wie der US-Konzern am Dienstag mitteilte. Auch andere Hersteller haben derzeit mit einer schwachen Nachfrage nach Computern zu kämpfen, darunter der Rivale Oracle, der den Server-Spezialisten Sun Microsystems geschluckt hatte. Dank Kosteneinsparungen blieb der Gewinn von IBM allerdings nahezu stabil bei unterm Strich 3,8 Milliarden Dollar.

IBM bleibt zuversichtlich
Konzernchefin Ginni Rometty zeigte sich dennoch für den Rest des Geschäftsjahres zuversichtlich: "Wir sehen gute Möglichkeiten mit eine starken Produktpalette." Sie bestätigte die operative Gewinnprognose fürs Gesamtjahr.

"Big Blue", wie IBM auch genannt wird, gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Das meiste Geld verdient der Konzern mit Dienstleistungen wie dem Betrieb von Rechenzentren. Aus dem wenig einträglichen Geschäft mit Computern für Verbraucher hat sich IBM dagegen schon vor Jahren zurückgezogen.

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