Fr, 24. November 2017

Erstmals in Wien

08.10.2012 09:29

„SoKa-Run“ soll Ruf von Listenhunden verbessern

Hundefreunde haben am 5. Oktober eine Lanze für Listenhunde gebrochen: Am Wiener Heldenplatz trafen sich Halter und Fans sogenannter "Kampfhunde" mit ihren Vierbeinern zum ersten Wiener "SoKa-Run". Das Ziel der Veranstaltung war es, das Image der betroffenen Hunderassen zu verbessern und Aufmerksamkeit auf die Problematik der umstrittenen Rasselisten zu lenken.

Ein "SoKa", das ist ein "sogenannter Kampfhund". Der schlechte Ruf betroffener Hunderassen ist den Haltern schon lange ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund fanden sich am 5. Oktober etwa 100 Besitzer und Fans der gelisteten Rassen zum ersten "SoKa-Run" am Wiener Heldenplatz ein. Organisatorin Elisabeth Hechenleitner: "Wir wollten Aufmerksamkeit erregen und interessierte Passanten über unsere Hunde und ihre Eigenschaften aufklären. Das ist uns definitiv gelungen!"

Passanten gaben sich positiv überrascht
Der gemeinsame Spaziergang durch Wien mit der Route Heldenplatz - Ring - Museumsquartier war ein voller Erfolg. "Die Passanten waren sehr positiv überrascht, neugierig und erfreut über die Information, die sie bekamen. Die Möglichkeit, die Hunde zu streicheln und mit den Besitzern ins Gespräch zu kommen, kam sehr gut an", freut sich Hechenleitner. Während des Spaziergangs wurden die Hunde aller Rassen - besonders häufig waren Vierbeiner der Rassen Dogo Argentino und Staffordshire Terrier vertreten - mit Maulkorb geführt, es kam entgegen aller Vorurteile zu keinen Raufereien zwischen den Hunden.

Halter von Listenhunden fühlen sich diskriminiert
"Ein erster Schritt ist gemacht", zieht Elisabeth Hechenleitner positive Bilanz. Es soll schon bald einen weiteren "SoKa-Run" geben. Denn sie ist sich sicher: "Alle Hunde sind das, was wir aus ihnen machen." Trotzdem stehen in Wien die Rassen Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Mastiff, Bullmastiff, Tosa Inu, Pitbullterrier, Rottweiler und Dogo Argentino auf der Liste der "gefährlichen Hunderassen". Für Hunde dieser Rassen und deren Mischlinge muss verpflichtend ein Hundeführschein abgelegt werden. Für viele Halter betroffener Hunde eine grundlose Diskriminierung.

Ulli Sima zieht positive Bilanz zum Hundeführschein
Laut Tierschutzstadträtin Ulli Sima, die für die Einführung des Hundeführscheins im Jahr 2010 verantwortlich zeichnet, haben bereits 4.655 Besitzer sogenannter Kampfhunde die Prüfung abgelegt. "Als Tierschutzstadträtin geht es mir um ein friedliches Miteinander von Mensch und Hund in unserer Stadt, und der Hundeführschein ist eine der vielen Maßnahmen dazu", zog Sima zum zweiten Jahrestag der Maßnahme eine positive Bilanz.

Viele Fotos vom ersten Wiener "SoKa-Run" findest du links oben in der Infobox!

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