So, 19. November 2017

Firma wittert Zensur

01.10.2012 10:56

Max Mosley verklagt Google wegen Sex-Bildern

Mehr als vier Jahre nach seiner Sexvideo-Affäre klagt der frühere Motorsport-Boss Max Mosley in Deutschland gegen den Suchmaschinenbetreiber Google. Mosley will erreichen, dass Bilder aus dem Video nicht mehr so leicht auffindbar sind. Google wehrt sich gegen die Forderungen und wittert Zensur.

In einem am Freitag begonnenen Zivilprozess am Hamburger Landgericht will der 72-jährige Mosley ein generelles Verbot erwirken, damit Google Bilder aus einem heimlich aufgenommenen Video einer Sex-Party mit Prostituierten nicht verbreiten darf. Die umstrittenen Fotos seien rechtswidrig, weil sie Mosley in seinen Persönlichkeitsrechten und seiner Intimsphäre verletzten, sagte die vorsitzende Richterin.

Sie diskutierte mit den Beteiligten, ob Google eine Filtersoftware für die beanstandeten Bilder entwickeln muss - damit Mosley nicht jedes Foto einzeln abmahnen muss. Google hält den Einsatz einer solchen Software für eine Art Zensur.

Auch Wulff verlangt von Google Selbstzensur
Google hat damit eine weitere Klage eines Promis am Hals. Erst Anfang September hatte Bettina Wulff, die Frau des früheren deutschen Bundespräsidenten, gegen den Konzern Klage eingereicht. Sie möchte damit die automatische Vervollständigung von Suchbegriffen einengen lassen - nach falschen Gerüchten war im Netz vermehrt nach ihrer angeblichen Rotlichtvergangenheit gestöbert worden, weshalb die Google-Suchmaschine bei einer Suche nach ihrem Namen automatisch Begriffe wie "Prostituierte" oder "Escort" vorschlägt. Auch in diesem Fall weigert sich Google bisher, Änderungen vorzunehmen - es handle sich lediglich um die Wiedergabe der beliebtesten Suchkombinationen, man habe darauf keinen Einfluss.

Deutsche Justizministerin gegen Einschränkungen
Zumindest im Fall Wulff schlug sich die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aufseiten Googles. Eine Internetsuche zum Schutz Einzelner einzuschränken, sei gesetzlich nicht machbar und auch nicht wünschenswert. In vielen Fällen sei gerade diese Vernetzung bei der Informationssuche bereichernd, so die Ministerin vergangene Woche.

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