Mo, 20. November 2017

Vergütung zu gering

01.10.2012 09:33

Sony-Musikverlag bremst Apples Internetradio aus

Apples geplantes Internetradio verzögert sich wegen schwieriger Rechteverhandlungen mit Sony. "Wir wollen den Dienst. Wir wollen nur fair bezahlt werden", sagte Martin Bandier, Chef des Musikverlags Sony/ATV Music Publishing, der "New York Times" vom Wochenende. Die Äußerungen des einflussreichen Musik-Managers sind zugleich die erste Bestätigung dafür, dass Apple überhaupt an einem solchen Streaming-Dienst arbeitet. Der Einstieg des kalifornischen Konzerns in das Geschäft könnte heutigen Anbietern das Leben schwer machen.

Sony/ATV verwaltet Songrechte für heutige Stars wie Lady Gaga und Taylor Swift, aber auch für Musik von Altmeistern wie den Beatles oder Beach Boys. Die Firma gehört dem japanischen Elektronikriesen Sony und den Erben von Michael Jackson. Im Sommer schluckte sie die Verlagssparte des zerschlagenen britischen Musikkonzerns EMI und hat jetzt rund zwei Millionen Musikrechte. Während die Branche im Tonträger-Geschäft seit Jahren mit sinkenden CD-Verkäufen kämpft, sind Musikverlage nach wie vor eine sichere Bank.

Das "Wall Street Journal" hatte vor einigen Wochen erstmals über Apples Pläne für ein Internetradio berichtet (siehe Infobox) und zugleich eingeschränkt, dass wegen der Rechteverhandlungen noch Monate bis zu einem Start vergehen könnten. Dem iPhone- und iPad-Hersteller schwebe ein Modell ähnlich jenem des Streaming-Dienstes Pandora vor, bei dem der Nutzer sich die Lieder nicht selber aussuchen kann, sondern einer vorgegebenen Musikauswahl folgen muss. Bei dem Apple-Dienst, der dem Bericht nach neben iPhones und iPads möglicherweise auch auf Windows-PCs laufen soll, solle dabei wie bei Pandora Werbung zur Musik angezeigt werden, hieß es.

Schon der erste Bericht im "Wall Street Journal" hatte den Aktienkurs von Pandora einbrechen lassen. Der Internetdienst hat massive Probleme, die Lizenzkosten wieder einzuspielen. Zuletzt gab es in dem Ende Juli abgeschlossenen ersten Geschäftshalbjahr wieder einen Verlust von 25,6 Millionen Dollar (20,5 Millionen Euro) bei knapp 160 Millionen Dollar Umsatz. Dabei hat das fast ausschließlich in den USA aktive Internetradio 54,9 Millionen aktive Nutzer. Apple hat den Vorteil, dass es viel breiter im Geschäft mit der Musikindustrie aufgestellt ist und dadurch auch bessere Deals aushandeln kann.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden