Di, 21. November 2017

Drama bei Bergtour

25.09.2012 17:58

37-Jährige stirbt kurz vor Rettung an Erschöpfung

Im Hochkönig-Massiv im Salzburger Pongau hat sich am Montagabend ein Bergdrama ereignet. Ein Paar aus Niederösterreich war bei einer Klettertour kurz vor dem Ausstieg vom Schlechtwettereinbruch überrascht worden. Da die Frau bereits stark erschöpft war, musste sie trotz Schneefalls immer wieder Pausen einlegen. Kurz nachdem es dem Mann gelungen war, Hilfe zu rufen, starb die 37-Jährige an Erschöpfung.

Die gebürtige Rumänin aus Wiener Neustadt und ihr 38-jähriger Begleiter aus dem Bezirk St. Pölten-Land waren gegen 9 Uhr bei guter Witterung vom Parkplatz der Etrichhütte gestartet, um den Klettersteig "Königsjodler" zu durchsteigen. Der Wetterbericht hatte für den Abend einen Wetterumsturz vorhergesagt. Gegen 18 Uhr, als die beiden in einer Seehöhe von 2.850 Metern den Ausstieg fast erreicht hatten, traf der Wettersturz ein - es begann zu regnen und wenig später auch zu schneien.

Rumänin erschöpft und unterkühlt
Die Rumänin war nach der anstrengenden Tour bereits erschöpft und wegen des Schlechtwetters auch unterkühlt. Das Paar musste daher auf dem letzten Stück immer wieder Pausen einlegen. Gegen 22 Uhr gelang es dem 38-Jährigen, mit dem Handy den Hüttenwirt des Matrashauses zu erreichen. Dieser stieg gemeinsam mit einem anderen Alpinisten zu den beiden ab und stieß nach etwa 150 Metern und 80 Höhenmetern auf das Duo. Die Frau war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr ansprechbar.

Wegen des starken Schneetreibens war es für die Helfer extrem schwierig, die Frau bis zur Hütte zu tragen. Nach rund 50 Metern mussten sie den Transport aufgeben. Der Hüttenwirt führte noch Wiederbelebungsversuche durch, die aber keinen Erfolg mehr brachten - die Rumänin dürfte um etwa 23 Uhr gestorben sein. Die beiden Helfer brachten den Niederösterreicher zum Matrashaus und versorgten ihn.

Am Dienstag wurde der 38-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Die Leiche der Frau wurde von zwei Alpinpolizisten und einem Helfer der Bergrettung geborgen, konnte aber aufgrund des Föhnsturms vorerst nicht ins Tal gebracht werden.

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