So, 17. Dezember 2017

Kaufkraft-Ranking

17.09.2012 13:53

Nach dem Big-Mac-Index kommt der iPhone-Index

Seit 25 Jahren schon misst der sogenannte Big-Mac-Index die relative Kaufkraft der Währungen zueinander, nun hat sich die Schweizer Großbank UBS angesehen, wie lange ein durchschnittlicher Einkommensbezieher arbeiten muss, um sich ein iPhone leisten zu können. Ergebnis: Ein Wiener muss rund eine Woche (45,5 Stunden) schuften, um das Apple-Produkt kaufen zu können, in Schwellenländern muss bis zum Zehnfachen dafür geleistet werden.

Stichwort Big-Mac-Index: Der internationale Preisvergleich des Imbissketten-Burgers hat sich seit den 80ern als eines der einfachsten Mittel, um Kaufkraftunterschiede sowie Wechselkurse und Währungsbewertungen allgemein begreiflich darzustellen, bewährt. Den Big Mac gibt es fast überall auf der Welt in relativ ähnlicher Größe, Zusammensetzung und Qualität.

Ähnliches gilt mittlerweile auch für das Apple-Handy, welches in über 100 Ländern verfügbar ist, wenn auch nicht immer zum selben Preis. Laut UBS spiegle die iPhone-Berechnung daher nicht nur die unterschiedliche Arbeitsproduktivität wider, sondern auch die Zollsituation und (allfällige) Kosten für den Devisenumtausch (sowie zu einem Teil wohl auch die Preispolitik des Apple-Konzerns).

Schweizer nach 22 Stunden iPhone-Besitzer
Schon in Europa sind die Karten sehr unterschiedlich verteilt: In der Schweizer Metropole Zürich, die ansonsten als teuerste Stadt der Welt gilt, muss der durchschnittliche Arbeitnehmer nur 22 Stunden für das Smartphone arbeiten. In Bukarest ist es etwa das Zehnfache (229,5 Stunden), errechnet die UBS in ihrem internationalen Kaufkraftvergleich.

Gemessen wird in der Aufstellung allerdings nicht der Preis des soeben auf den Markt kommenden neusten Modells, sondern seines Vorgängers iPhone 4S (mit 16 GB, ohne Vertragsbindung, Preis mit Stand Mai 2012). Den Maßstab bildet der Durchschnitt aus Nettostundenlöhnen in 15 Berufen.

435 Stunden Arbeit für ein iPhone in Manila
Am erschwinglichsten sind die iPhones nach Kontinenten für Einkommensbezieher in Nordamerika, die ex aequo mit den Japanern liegen (durchschnittlich 35 Stunden Arbeitsaufwand). Es folgen Ozeanien und Westeuropa (durchschnittlich 48 Stunden). Deutlich mehr Schweiß müssen da schon die Lateinamerikaner vergießen: Ein Mexikaner arbeitet für das Smartphone statistisch 219,5, ein Arbeiter in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires 187 Stunden.

Vollkommen unleistbar ist das Elektronikgerät dagegen für den Normalverbraucher in den großen Bevölkerungszentren Asiens und Afrikas - in Manila (435,0 Stunden), Delhi (369,5 Stunden), Jakarta (348,5 Stunden) oder Ägyptens Hauptstadt Kairo (290,5 Stunden).

22 Brotlaibe in Venezuela = ein iPhone in der Schweiz
UBS führte die Berechnungen in seinem "Preis und Löhne"-Bericht auch für den Big Mac sowie ein Kilo Brot und ein Kilo Reis durch, was interessante Vergleiche ermöglicht: Wer sich in der venezolanischen Hauptstadt Caracas 22 Brotlaibe erarbeitet, hat in derselben Zeit in Zürich ein iPhone erwirtschaftet. Für ein Kilo Reis sitzt man in Wien nur neun Minuten am Arbeitsplatz, in Delhi 40. Der Big Mac ist in Österreich nach 14 Minuten erreicht, in Nairobi erst nach 84.

Beim "echten" Big-Mac-Index des "Economist" wird im Unterschied zu den UBS-Berechnungen auch der Preis des Burgers in US-Dollar umgerechnet angegeben. Am teuersten ist der Big Mac demnach mit rund 15 Dollar in Venezuela, gefolgt von der Schweiz und Norwegen mit knapp sieben Dollar. Am günstigsten kommt man in der Ukraine, Hong Kong und Russland mit rund zwei Dollar an den Burger.

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