Mo, 20. November 2017

Zum Fremdschämen

14.09.2012 14:35

Die peinlichsten und lustigsten „SMS von letzter Nacht“

Wer zu tief ins Glas geschaut hat, sollte bestimmte Dinge lieber sein lassen. Autofahren vor allem, aber auch SMS verschicken. Von Letzterem zeugt die Website Textsfromlastnight.com, auf der genau das veröffentlicht wird, was der Name verspricht: SMS von letzter Nacht. Einige der besten auf dem Portal veröffentlichten Kurznachrichten gibt es nun erstmals gesammelt in Buchform.

Wir verschicken sie in jeder Lebenslage und zu jeder Tages- und Nachtzeit: SMS. Kein Kommunikationsmittel wird schneller verfasst und verschickt. Nirgends kann man mit so wenigen Worten so viel ausdrücken, seine Liebe bekunden, die letzte Nacht beschreiben oder eine Freundschaft zerstören. Und wie schnell ist eine SMS falsch versendet und geht plötzlich an die Mutter statt an die Freundin.

SMS, die man besser nicht geschickt hätte
Ben Bator und Lauren Leto, die Gründer der beliebten Website Textsfromlastnight.com, haben die lustigsten, schlimmsten und seltsamsten SMS, die jemals verschickt worden sind, gesammelt und zu Papier gebracht. Auf 176 Seiten und unterteilt in verschiedene Kategorien wie "Der Morgen danach" oder "Sinnesirritationen", vereint "SMS von letzter Nacht", so der Titel der kürzlich im Riva Verlag erschienen deutschen Ausgabe, Dutzende Textnachrichten, "die man besser nicht geschickt hätte".

Im Bett mit einem Ninja Turtle
Darunter etwa jene von dem Typen, der mit einem falsch herum auf die Stirn gezeichneten Blitz an der Bar saß, den Barkeeper dauernd Dobby nannte und brüllte: "Heute hat Harry Potter Geburtstag! Nehmt mich ins Quidditch-Team!" Oder die Nachricht einer Frau, die sich am Morgen danach fragte, warum sie mit einem jungen Kerl namens Raphael in ihrem Bett aufgewacht sei. Antwort: "Keine Ahnung, aber du hast letzte Nacht angerufen und mir erzählt, du hättest den letzten Ninja Turtle gefunden."

Telefonat mit Karate Kid
Oder wie wäre es mit "Nach 45 Minuten hatte ich ein Blackout und, als ich wieder aufwachte, einen Anruf von jemandem verpasst, den ich in meinem Telefon unter Karate Kid abgespeichert habe"? Gerne geht es in den abgedruckten SMS aber auch etwas deftiger zur Sache, wie die beiden noch vergleichsweise harmlosen Zitate "Meine Füße riechen nach Käse. Krieg davon Hunger" oder "In meiner Kotze ist Papier" belegen.

Späte Einsichten und Lebensweisheiten
Mitunter gelangen die Verfasser solcher Botschaften nach ihrem Absturz aber auch zu einer (späten) Einsicht: "Es tut mir alles so leid. Als ich aufgewacht bin, waren zwei Polizeivorladungen an mein Hemd geheftet", schreibt etwa einer, und ein anderer belustigt mit einer durchaus philosophischen Erkenntnis: "Lebensweisheit #1: Ein Furz während eines peinlichen Schweigens zwischen zwei Fremden macht es nicht weniger peinlich."

Vom Internet aufs Papier
Auf SMS wie "Ich sehe für dich eine Möglichkeit, mir mit deiner Nacktheit aus meiner Langeweile zu helfen" oder "Ich bin verlobt. Mit einem Mädchen, dem ich im richtigen Leben begegnet bin" und andere Peinlichkeiten stößt man in den Buchhandlungen inzwischen häufiger. Die Freude an den Missgeschicken der anderen liegt im Trend.

Unter dem Titel "Ist meine Hose noch bei euch?" veröffentlichte der rororo-Verlag etwa bereits im Vorjahr eine Auswahl erlesener Nachrichten des deutschsprachigen Pendants zu Textsfromlastnight.com, SMSVonGesternNacht.de. Kostprobe: "Bin in 5 min da! Wenn ich dann noch nicht da bin, lies die SMS noch mal!"

Weitere Fremdschäm-Erlebnisse
Unter dem Titel "geaddet, gepostet, Webfail!" veröffentlichte der Riva Verlag zudem im vergangenen Dezember "die peinlichsten und lustigsten Facebook-Einträge" des gleichnamigen deutschsprachigen Internetportals Webfail.at (siehe Infobox).

Wer auf der Suche nach weiteren Fremdschäm-Erlebnissen ist, wird auch auf den Websites damnyouautocorrect.com oder fyouautocorrect.com fündig. Sie listen Missgeschicke, die durch die automatische Textkorrektur entstehen.

Wie das aussehen kann, beschreibt eine "SMS von letzter Nacht" recht treffend: "Spaß beiseite, iPhone. Hör endlich damit auf, automatisch all meine Fucks in Ducks (Enten, Anm.) zu korrigieren. Damit verwandelst du all meine derben SMS in harmlose, liebenswerte Mitteilungen."

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