Fr, 24. November 2017

Klage in den USA

14.09.2012 09:11

Siemens soll auf Beamten Schläger gehetzt haben

Siemens sieht sich in den USA einer Klage gegenüber, in der es um Misshandlungen und Morddrohungen geht. Ein ehemaliger argentinischer Regierungsbeamter wirft dem deutschen Technologiekonzern vor, ihm einen Schlägertrupp auf den Hals gehetzt zu haben, als er im Jahr 2000 korrupte Machenschaften bei einem eine Milliarde US-Dollar (775 Millionen Euro) schweren Staatsauftrag öffentlich machen wollte.

Kläger ist Carlos Moran. Laut der bereits am Mittwoch beim Bezirksgericht von Miami eingereichten Klage arbeitete er für die argentinische Kontrollbehörde Sigen. Er habe zahlreiche Unregelmäßigkeiten in einem Siemens-Angebot für fälschungssichere Pässe entdeckt und dies seinem Chef gemeldet. Der Chef sei jedoch ebenfalls von Siemens bestochen worden und habe Morans Einwürfe ignoriert. Moran habe daraufhin gedroht, seine Entdeckungen öffentlich zu machen. Sein Chef und die argentinische Landesgesellschaft von Siemens hätten daraufhin versucht, dies zu verhindern.

Moran sei mit vorgehaltener Waffe überfallen, geschlagen, von der Straße abgedrängt, verfolgt und am Telefon belästigt worden. Ihm sei mit Entführung gedroht worden und damit, sein Haus anzuzünden, heißt es in der Klage. Seine ganze Familie leide schwer unter der Situation. Sein Sohn habe angefangen zu stottern und befinde sich noch immer in Therapie. Moran verlangt mindestens 100 Millionen Dollar (77 Millionen Euro) an Wiedergutmachung und Strafe von Siemens.

Moran hofft, den Fall vor einem US-Gericht durchzubringen, weil Siemens an der New Yorker Börse notiert und rund 60.000 Leute im Land beschäftigt. Der Konzern war von der US-Justiz und der Börsenaufsicht SEC in der Schmiergeldaffäre bereits hart angegangen worden. Der argentinische Staatsauftrag für Pässe war einer der prominentesten Einzelfälle in dem Skandal. Die USA hatten erst im Dezember vergangenen Jahres acht ehemalige Siemens-Manager deswegen angeklagt, darunter einen Ex-Vorstand.

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