Sa, 25. November 2017

Mord aus Habgier

07.09.2012 20:49

Ehefrau erschlagen und verscharrt - lebenslange Haft

Lebenslange Haft wegen Mordes an seiner Ehefrau: Dieses Urteil fasste am Freitagabend ein 60-Jähriger im Landesgericht Wiener Neustadt aus. Der gebürtige Rumäne wurde schuldig gesprochen, seine um fünf Jahre jüngere Frau im Februar 2011 in Niederösterreich bewusstlos geschlagen und mit einem Polster erstickt zu haben. Die Leiche transportierte er per Pkw in seine Heimat nach Siebenbürgen und vergrub sie auf seinem Anwesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Mordprozess hatte bereits vergangenen Dezember begonnen, war aber wegen Herzproblemen des Angeklagten geplatzt. Richterin Ingeborg Kristen zog dieses Mal zur Beobachtung des Angeklagten im Gerichtssaal einen Arzt bei - übrigens jenen, der während des ersten BAWAG-Prozesses 2007/2008 auch auf Helmut Elsners Gesundheit "aufgepasst" hatte.

"Nicht getötet, sondern tot aufgefunden"
Der gebürtige Rumäne leugnete die Tat auch am Freitag. Er habe seine Frau "nicht getötet, sondern tot aufgefunden", so Verteidiger Werner Tomanek. Die 55-Jährige sei am 22. Februar 2011 leblos im gemeinsamen Haus gelegen, als sie ihr Mann fand. Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben, daher habe er ihr einen "letzten Dienst" erweisen wollen. Man habe sich nämlich das "wechselseitige Versprechen" gegeben gehabt, dass der überlebende Ehepartner den anderen im Falle seines Todes in die Heimat nach Siebenbürgen überstellt und dort beerdigen lässt. "Ich habe meine Frau geehrt und wollte ihr auf würdevolle Art die letzte Ehre erweisen", erklärte der Angeklagte.

Der Mann wickelte die tote Ehefrau in einen Teppich und lud sie auf einen Anhänger. Mehr als 700 Kilometer transportierte er die Leiche der 55-Jährigen. Kriminalisten fanden sie in einem 1,4 Meter tiefen Erdloch in einem Heustadl vergraben - auf jenem Anwesen, das der Angeklagte erst kurz vor der Tat angemietet hatte.

Autopanne brachte Plan durcheinander
Vielleicht wäre der Fall gar nicht so schnell ins Rollen gekommen, hätte der 60-Jährige nicht - mit der Leiche seiner Frau im Anhänger - eine Autopanne in Rumänien gehabt. Dadurch soll sein (Zeit-)Plan durcheinander gekommen sein. Angehörige der 55-Jährigen in Rumänien und Arbeitskollegen aus Österreich erstatteten eine Abgängigkeitsanzeige.

Zunächst fiel kein Verdacht auf den Ehemann. Im Zuge der Ermittlungen wendete sich aber dann das Blatt. Als der Verdächtige dann in U-Haft kam, vertraute er sich einem Zellengenossen an. Dieser meldete sich später beim Staatsanwalt und "packte aus". Er wusste Einzelheiten, die er nur vom Täter erzählt bekommen haben konnte.

Mordpläne aus Habgier geschmiedet
Laut Anklage soll die Ehe des Paares, das seit 1986 in Österreich gelebt hat, seit Langem zerrüttet gewesen sein: getrennte Zimmer, dafür eine zweite Frau aus Rumänien im Haus. Für die Töchter soll die Mutter "die Böse" gewesen sein, sie sollen sich auf die Seite des Vaters geschlagen haben.

Ein Sparbuch, auf dem die 55-Jährige mit der bezogenen Kinderbeihilfe immerhin 95.000 Euro angespart hatte, soll der Mann im Alleingang aufgelöst und sich die Ersparnisse mit den Töchtern geteilt haben. Als seine Frau die Scheidung beantragte und er um ein weiteres Sparbuch umgefallen sei, habe er - aus Habgier - die Mordpläne geschmiedet.

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