Fr, 15. Dezember 2017

"Weiche" Helfer

05.09.2012 14:47

TU Wien will Roboter alltagstauglich machen

Wenn es nach der Vorstellung von Forschern der TU Wien geht, sollen Roboter künftig alltagstauglich werden und sich den Herausforderungen im Umgang mit Menschen stellen. Zu diesem Zweck wurde das Konsortium "Kollaborierendes Roboter System" (KOROS) gegründet, das am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt wurde. Es soll fachliche Grenzen sprengen und neue Erkenntnisse hervorbringen, so der Wunsch der Beteiligten.

Von einem Roboterarm, mit dem man ohne Verletzungen Armdrücken kann und der aufgerüstet mit einer Kamera auf einem Tisch liegende Früchte erkennt und vorsichtig in eine Kiste legt, bis hin zu Fußball spielenden humanoiden Robotern reichen die Beispielprojekte, mit denen die TU-Wissenschaftler die Vielfältigkeit der Forschung und deren Anwendungsmöglichkeiten darstellen wollen. Ihre Arbeit wollen sie auf die drei Themenkreise "Sehen und Erkennen", "Sicheres und kognitives Verhalten" sowie "Roboter in menschlichen Lebensräumen" fokussieren.

Roboter sollen "weich" werden
Im Unterschied zu Industrierobotern, die bei der Verrichtung ihrer Aufgaben ein Gefährdungspotenzial darstellen können, sollte sich ein Mensch auf unerwartete Art und Weise verhalten, müssen Maschinen im Alltag sicher sein und "weich werden", meinte Gottfried Magerl, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU Wien.

Ein Hilfsroboter im Haushalt sollte etwa zwischen einer Medikamentendose und einem Wasserglas unterscheiden können, dieses auch entsprechend vorsichtig greifen können und nicht von einer Hauskatze oder einem verstellten Wohnzimmertisch vor unlösbare Probleme gestellt werden.

Gesucht wird auch nach einem künstlichen Immunsystem für Roboter. Die komplexen Maschinen brauchen ein schnelles und sicheres Diagnosesystem, um rasch etwa einen Kameraausfall bemerken und entsprechend darauf reagieren zu können. Anleihen nehmen die Forscher dabei an der Natur, etwa dem menschlichen Immunsystem.

Neuer Versuchsroboter
An dem Konsortium beteiligen sich Arbeitsgruppen verschiedener Teilbereiche der TU und anderer Unis, die einen Bogen von der Softwaretechnik über die Fertigungstechnik bis hin zur Architektur spannen. Auch Geisteswissenschaftler arbeiten mit, etwa wenn es um das Modell eines "Computerbewusstseins" geht. Für die Erforschung neuer Einsatzmöglichkeiten hat die TU von der französischen Firma Aldebaran den 1,40 Meter großen, menschenähnlichen Roboter "Romeo" gekauft, der ab etwa 2013 zum Einsatz kommen soll.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden