Sa, 18. November 2017

5 Alias-Identitäten

04.09.2012 15:13

Menschenhändler und Betrüger in Salzburg entlarvt

Schon lange ist die Polizei einem 29-jährigen Chinesen auf der Spur gewesen. "Der Mann wurde in den vergangenen Jahren bereits in Griechenland, Italien und Deutschland wegen Schlepperei festgenommen und zum Teil auch verurteilt", so Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt Salzburg. Nach einer verbüßten Haftstrafe in Deutschland klickten bereits im Mai bei ihm und seiner Freundin in Österreich die Handschellen - wegen Betruges mit ergaunerten Mietautos.

Der in Salzburg gemeldete Chinese und seine 24-jährige Lebensgefährtin wollten gerade zwei mit gefälschten Dokumenten erschlichene Mietautos im Wert von 50.000 Euro verkaufen, als sie verhaftet wurden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich dann allerdings heraus, dass der Mann offenbar auch an einem Menschenhändlerring beteiligt war. Seit 2008 soll er gewerbsmäßig chinesische Staatsangehörige illegal in den Schengenraum geschleust haben. Zudem wird er verdächtigt, zusammen mit Komplizen chinesische Mädchen nach Wien gebracht zu haben, um sie dort der Prostitution zuzuführen.

Bei der Hausdurchsuchung stieß die Polizei auf mehrere gefälschte Reisedokumente und Führerscheine. "Der Mann hatte die Papiere in seiner chinesischen Heimat in Auftrag gegeben und sich mit der Post schicken lassen", so Voggenberger. Er besaß mindestens fünf Alias-Identitäten, mit denen er Bankkonten eröffnete und Kreditkarten bezog, die er für seine diversen Betrügereien verwendet haben soll.

"Wir konnten ihm nichts nachweisen"
Der Verdächtige wurde wegen schweren Betruges, Urkundenfälschung und wegen gewerbsmäßiger Kfz-Schlepperei angezeigt. Für den Vorwurf des Menschenhandels fehlen allerdings Beweise. "Wir konnten ihm nichts nachweisen", sagte Voggenberger.

Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Wien übergeben, wo der Beschuldigte derzeit in der Justizanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft sitzt. Seine Freundin befindet sich wieder auf freiem Fuß. Sie wird sich aber noch wegen Beitragstäterschaft verantworten müssen. Die Polizei ermittelt gegen weitere mögliche Komplizen.

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