Sa, 18. November 2017

„Sommergespräche“

04.09.2012 13:14

Wolf macht weiter, ‚wenn schwuler Moslem VP-Chef ist‘

Noch bevor die ORF-"Sommergespräche" ins Finale gehen, hat Moderator Armin Wolf angekündigt, die Polit-Gespräche nächstes Jahr nicht mehr zu machen. Trotz großen Zuspruchs der Zuseher will er die Talk-Reihe nicht noch einmal moderieren, wie er am Montagabend während des Gesprächs mit ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger durchblicken ließ. "Verspreche aber: Melde mich mit Sommergesprächen wieder zurück, wenn es schwulen Moslem als ÖVP-Chef gibt", scherzte Wolf anschließend via Twitter über eine mögliche Rückkehr.

Wolf war heuer nach sieben Jahren wieder zu den ORF-"Sommergesprächen" zurückgekehrt. Er hatte die Polit-Talks zuletzt 2005 moderiert. Doch einmal reicht dem Nachrichtenmann auch schon wieder. Das für heuer letzte "Sommergespräch" mit SPÖ-Parteiobmann und Bundeskanzler Werner Faymann wird demnach vorerst das letzte von Wolf moderierte Gespräch sein.

"Nicht sinnvoll und auch nicht spannend"
"Viele fragen, warum ich die 'Sommergespräche' 2013 nicht mehr machen möchte", schrieb Wolf auf seiner Facebook-Seite. Er halte es für ein "extrem schwieriges Format, das weder Pressestunde am Abend, noch Sommer-Geplauder, grundsätzlich, aber nicht unaktuell, kritisch, aber kein Verhör, persönlich, aber nicht unpolitisch usw." sein solle. "Es nächstes Jahr mit den (voraussichtlich) gleichen fünf Gesprächspartnern wieder zu machen, scheint mir nicht sehr sinnvoll und auch nicht sehr spannend", so Wolf über seine Absage an eine Fortsetzung. "Vielleicht in sieben Jahren wieder", teilte er mit einem Smiley mit.

Geht es nach den Zuschauern, könnte Wolf die "Sommergespräche" wohl weitermoderieren, schließlich bestätigen sie ihn regelmäßig mit hohen Einschaltquoten. Das Gespräch mit Spindelegger verfolgten durchschnittlich 696.000 Zuseher bei einem Marktanteil von 27 Prozent. Damit liegt der ÖVP-Chef quotenmäßig vor BZÖ-Obmann Josef Bucher und Grünen-Chefin Eva Glawischnig, aber hinter FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, der in der vergangenen Woche 817.000 Zuschauer vor die Fernseher zog. Laut ORF-Aussendung war der Heurigen-Talk zwischen Wolf und Spindelegger zudem der bisher reichweitenstärkste mit einem ÖVP-Obmann.

Wolf sieht sich für Propaganda-Zwecke missbraucht
Wenig erfreut zeigte sich Wolf indessen über die Vorgangsweise der ÖVP im Zusammenhang mit den "Sommergesprächen". Er klagte am Montagabend im Anschluss an das Gespräch mit Spindelegger via Twitter, von der Volkspartei für Propaganda-Zwecke missbraucht zu werden. Er finde es "sehr, sehr seltsam, dass ÖVP unabhängige Journalisten gegen deren ausdrücklichen Protest für Propaganda-Videos missbraucht" würden, ergänzte er. Die Volkspartei habe demnach ein Werbevideo mit Bildern des Moderators ungefragt auf ihrer Webseite veröffentlicht.

"Nehmen Sie mich aus Ihrem Werbevideo heraus", zwitscherte Wolf noch in der Nacht auf Dienstag ihn Richtung VP-Generalsekretär Hannes Rauch. "Die FPÖ hat zumindest gefragt, bevor ich Nein gesagt habe", kritisierte der ORF-Moderator in einem weiteren Twitter-Eintrag. Die Volkspartei kam Wolfs Forderung seinen Angaben zufolge schließlich nach und nahm das Video aus dem Netz.

Faymann-"Sommergespräch" wird live gesendet
Für Abwechslung ist zumindest beim Finale der "Sommergespräche" gesorgt: Anders als die bisherigen Runden mit Bucher, Glawischnig, Strache und zuletzt Spindelegger wird das Faymann-Gespräch am 10. September aus terminlichen Gründen live ausgestrahlt werden.

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