Fr, 15. Dezember 2017

Können nicht ohne

28.08.2012 10:41

iPhone, iPad, iPod: So viel Samsung steckt in Apple

Nach dem wegweisenden US-Urteil im Patentstreit zwischen Apple und Samsung sind die Fronten zwischen beiden Unternehmen verhärtet. Die Tatsache, dass Apple nun auch noch ein Verkaufsverbot für insgesamt acht Smartphone-Modelle des südkoreanischen Rivalen beantragt hat, trägt dabei nicht gerade zu einer Deeskalation bei. Doch so heftig der Streit vor den Gerichten auch toben mag: Hinter den Kulissen sind beide Konzerne nach wie vor aufeinander angewiesen, denn in fast allen Apple-Produkten steckt auch ein Teil von Samsung.

Das Retina-Display des neuen iPad, der Arbeitsspeicher des iPhone 4S, die Prozessoren von iPhone 3G und iPod touch oder der Flash-Speicher in Apples MacBook Air und dem neuen MacBook Pro mit Retina-Display – all diese Komponenten stammen laut der Website iFixit.com, auf der nahezu jedes elektronische Gerät in seine Einzelteile zerlegt wird, von Samsung (siehe Bilder in der Infobox).

Samsung einer der wichtigsten Zulieferer
Die Südkoreaner sind damit einer der wichtigsten Zulieferer von Apple. Der kalifornische Konzern versuchte zuletzt zwar, mit Investitionen in den japanischen Samsung-Rivalen Sharp die Abhängigkeit von Samsung zu verringern, das Unternehmen bleibt aber immer noch ein Schlüsselpartner. So entfallen allein 26 Prozent der Herstellungskosten des iPhones auf Samsung-Komponenten, wie Samsung-Anwalt Charles Verhoeven schilderte. Daran, glauben Experten, wird sich auch in Zukunft so schnell nichts ändern, denn eine Aufkündigung der Lieferverträge hätte für beide Unternehmen schwerwiegende Konsequenzen.

Für beide Seiten geht es um viel
"Apple braucht Samsung, um sein iPhone und das iPad zu bauen. Punkt. Samsung ist der einzige Zulieferer für Apples Prozessoren, und ohne die kann Apple die Produkte nicht herstellen", sagte James Song, Analyst von KDB Daewoo Securities, der Nachrichtenagentur Reuters. Samsung wiederum drohen bei einem Wegfall Apples als Handelspartner Einbußen in Milliardenhöhe. Dennoch hätten die Südkoreaner laut Song derzeit die besseren Karten: "Samsung hat jetzt viele Möglichkeiten, seinen Einfluss spielen zu lassen und Druck auf Apple auszuüben, und Apple dürfte sich dessen durchaus bewusst sein."

Auch der deutsche Patenrechtexperte Florian Müller glaubt dem Bericht nach nicht, dass "Apple so blöd wäre", seinen Zulieferervertrag mit Samsung zu riskieren. Im Gegenzug habe Samsung aufgrund der zuvor getroffenen Vereinbarungen aber gar keine andere Wahl, als sich unterzuordnen und zu liefern. Andere Unternehmen, die Samsung ebenfalls beliefert, könnten ansonsten ihr Vertrauen in den südkoreanischen Konzern verlieren.

Wohl auch deshalb versucht man bei Samsung seit dem Wochenende zu versichern, dass die Zulieferverträge von dem Urteilsspruch ausgenommen sind und unbeeinflusst bleiben werden.

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