Fr, 24. November 2017

„Angst vor dem Heim“

13.08.2012 10:22

79-Jähriger tötet in NÖ 85-Jährige und sich selbst

Verzweiflungstat zweier Senioren in Niederösterreich: Offenbar weil sie nicht ins Pflegeheim gebracht werden wollten, hat ein 79 Jahre alter Mann am Wochenende eine 85-jährige Bekannte erdrosselt und sich selbst erhängt. Die Toten seien am Sonntag in der Wohnung der Frau gefunden worden, teilte Chefinspektor Leopold Etz am Montag mit. Der Pensionist hatte sich noch telefonisch von seiner Ehefrau verabschiedet.

Die 85-Jährige sei auf Dauerpflege angewiesen gewesen, so Etz. Der Pensionist habe sich seit etwa zwei Jahren um die Frau gekümmert und auch in ihrer Wohnung genächtigt, obwohl er sehbehindert und körperlich gebrechlich war.

Tochter widerspricht Polizeiangaben
Laut Polizei sei das Motiv für die Taten die Angst vor einer Einweisung in ein Heim gewesen. Das allerdings wollte die Tochter der getöteten 85-Jährigen nicht gelten lassen. "Ich hätte meine Mutter nie in ein Pflegeheim gegeben!", gab die Frau am Montagvormittag gegenüber der Austria Presse Agentur an und widersprach damit den Informationen der Polizei.

Für den 79-Jährigen könne sie nicht sprechen, aber für ihre Mutter sei das zu 100 Prozent nicht der Fall gewesen, betonte die Frau. Es habe auch keinen derartigen Antrag gegeben. Ihre Mutter sei bereits früher durch eine Pflegekraft daheim betreut worden.

Via Telefon von Ehefrau verabschiedet
Fest steht, dass der 79-Jährige seine Bekannte mit einem Schal erdrosselte und sich kurz danach mit einem Seil an der Badezimmertür erhängte. Zuvor hatte sich der Mann laut Exekutive noch telefonisch bei seiner Ehefrau verabschiedet. Die Gattin des Pensionisten war es auch, die gemeinsam mit ihrem Sohn in der Wohnung der 85-Jährigen Nachschau hielt und dort die beiden Toten fand.

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