Do, 19. Oktober 2017

86-Jährige erstickt

09.08.2012 17:44

Einbruchsopfer tot: 17 und 20 Jahre Haft für Gauner-Duo

Mit Verurteilungen zu 17 bzw. 20 Jahren unbedingter Haft wegen schweren Raubs mit Todesfolge ist am Donnerstagnachmittag im Landesgericht Wels der Prozess gegen einen Bosnier und einen Kroaten zu Ende gegangen. Eine 86-jährige Oberösterreicherin war bei einem Einbruch, den die beiden Männer mit Komplizen verübt hatten, nach ihrer Fesselung und Knebelung erstickt. Die Geschworenen sprachen die beiden Männer einstimmig schuldig. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Das Duo, das auch zwei Einbrüche und einen versuchten Einbruch in Niederösterreich verübt haben soll, muss zudem an die beiden Erben der 86-Jährigen Schadenersatzzahlungen von jeweils 35.000 Euro leisten. Der Verteidiger des 36-jährigen bosnischen Hauptbeschuldigten berief gegen die Strafhöhe, der Anwalt des 33-jährigen Kroaten erbat drei Tage Bedenkzeit. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Täter dachten, dass niemand zu Hause wäre
Nachdem ihnen ein Informant von einem Tresor mit wertvollem Inhalt erzählt hatte, sollen der Bosnier und der Kroate mit drei flüchtigen Komplizen in der Nacht auf den 21. April 2011 in das Haus (Bild) der Pensionistin in Gosau im Bezirk Gmunden eingedrungen sein. Laut Anklage seien sie davon ausgegangen, dass niemand daheim ist. Mit einem Schlachtschussapparat schlugen sie zunächst eine Fensterscheibe ein, um ins Innere zu gelangen, und traten dann im Gebäude außerdem noch eine Tür ein.

Pensionistin hatte keine Überlebenschance
Als die Männer die betagte Frau in ihrem Bett auffanden, soll ihr der Bosnier zunächst den Mund zugehalten und der Kroate sie dann an Händen und Füßen gefesselt und geknebelt haben, so die Anklage. Laut einem Gutachter erstickte die Pensionistin schließlich an der Kombination von Knebel und Erbrochenem. Die Frau wäre aber auch so erstickt, da sie sich aufgrund ihres hohen Alters nicht aus den Fesseln befreien hätte können und über sie mehrere Decken und Leintücher gestapelt waren, erklärte der Gutachter.

Kommissar DNA überführte zwei Verdächtige
Ungeachtet des Todeskampfes der Frau öffneten die Ganoven den Tresor und rafften daraus 7.000 Euro Bargeld, Sparbücher und Schmuck an sich. Letzterer wechselte später in Slowenien um 13.000 Euro den Besitzer. Die Polizei stellte am Tatort DNA-Spuren des 36-Jährigen und des 33-Jährigen sicher. Der ältere der beiden Männer wurde erkannt und gefasst, als er von Bosnien nach Kroatien einreiste. Der andere ging der Polizei bei einer Routinekontrolle in Kärnten ins Netz. Beide Angeklagte sind einschlägig vorbestraft.

Vor Gericht beteuerte der Bosnier am Donnerstag, dass er nur einen Einbruch geplant habe. Der Kroate, der nach eigenen Angaben für einen Geheimdienst arbeitet, bat um die Höchststrafe. Wie ein Gutachten ergab, war er zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig, leidet aber unter einer Persönlichkeitsstörung.

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