So, 19. November 2017

Täter geschnappt

09.08.2012 15:10

Bande handelte mit Drogen im Wert von 1,5 Millionen Euro

In internationaler Zusammenarbeit haben Fahnder aus Österreich, Deutschland, Spanien und Slowenien einen länderübergreifenden Drogenring zerschlagen. Die Bande handelte von 2008 bis Ende 2010 mit 180.000 Mephedron-Tabletten, knapp 40 Kilogramm Marihuana sowie Kokain. Der Straßenverkaufswert wird auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Unter den Tätern - sechs sind bereits zu Haftstrafen verurteilt, ein weiterer Verdächtiger steht im Herbst vor Gericht - befinden sich auch drei Österreicher aus Linz.

Erste Informationen zu den Geschäften der internationalen Rauschgifthändler rund um drei Männer aus Linz, drei Serben und einen Holländer hatte es im Frühjahr 2010 gegeben. "Es wurde bekannt, dass die Männer ein Haus in Velden am Wörthersee angemietet hatten", berichtete Johannes Ronacher von der Suchtgiftgruppe des Kärntner Landeskriminalamtes. Von dem Haus aus wurden Geschäfte organisiert und Kontakte nach Slowenien und Spanien hergestellt.

12.000 Euro gestohlen
Verdeckte Ermittler kamen im Sommer 2010 mit den Männern ins Geschäft. Sie orderten Kokain und Ecstasy, das sich später als Mephedron herausstellte. Bei der vereinbarten Übergabe in Velden hatten es zwei Serben, von denen das Angebot kam, aber offenbar nur auf das Geld der Abnehmer abgesehen: Sie raubten ihren vermeintlichen Kunden 12.000 Euro und flüchteten mit der Beute. Im Zuge der Fahndung wurden die Männer auf der Südautobahn kurz vor der italienischen Grenze angehalten und festgenommen. Das Geld stellten die Beamten sicher.

Der Rest der Bande - die drei Linzer, ein Serbe und ein Holländer - war weiter aktiv. Im September 2010 bestellten verdeckte Ermittler zunächst 5.000 Tabletten Mephedron, später 150.000 Stück. Bei der Übergabe im November 2010 in Rosenheim in Bayern klickten für zwei Österreicher und einen Serben die Handschellen. Der dritte Österreicher stellte sich später der Polizei.

Drogen in Pritschenwagen geschmuggelt
Im Zuge der weiteren Ermittlungen gab es vier Hausdurchsuchungen, schilderte Ronacher: "Eine in Velden und drei in Linz." Dabei wurden Flugtickets, Laptops, acht Handys und Computer sichergestellt. So kam man einem weiteren Verdächtigen - einem in Spanien aufhältigen Holländer - auf die Schliche. Mithilfe der spanischen Polizei wurde er schließlich festgenommen und kürzlich nach Deutschland ausgeliefert - er soll Lieferant und Hersteller der Drogen gewesen sein. Im Herbst soll ihm der Prozess gemacht werden.

Geschmuggelt wurden die Drogen in einem Pritschenwagen mit österreichischem Kennzeichen. In der Ladefläche waren professionelle Verstecke eingebaut gewesen. So gelangte das Rauschgift aus Spanien über Österreich nach Deutschland.

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