Fr, 24. November 2017

ASKÖ-Affäre in Sbg

08.08.2012 08:27

Ex-Präsident soll dubiose Zinsen kassiert haben

Weitere brisante Enthüllungen gibt es in der Salzburger ASKÖ-Affäre. Im Mittelpunkt steht dabei der protzige Sportbauernhof in Waldzell in Oberösterreich. Den hatte ja der frühere Präsident Franz Karner persönlich gekauft. Er kassierte dann laut "Krone" vom Verein einen monatlichen Baurechtszins von 1.404 Euro - und zwar bereits 17 Monate bevor überhaupt ein Mietvertrag geschlossen wurde.

Das Anwesen steht 29 Kilometer hinter der Landesgrenze in Waldzell. Ex-Präsident Karner hatte den Hof im Jahr 2003 um 55.000 Euro selbst gekauft. Das Gut wurde zu einem Sportbauernhof umgebaut – zu den Baukosten steuerte das Land 600.000 Euro an Subventionen bei.

Einen Teil der Liegenschaft vergab Karner an die ASKÖ zur Nutzung, mit einen Baurechtsvertrag über 30 Jahre, der am 15. Juli 2005 abgeschlossen wurde. Doch schon ab 1. März 2004 kassierte Karner laut "Krone"-Informationen von seinem Verein monatlich 1.404 Euro als Baurechtszins - 17 Monate bevor es den Vertrag überhaupt gab. Bis Ende 2011 kamen so knappe 90.000 Euro mehr an Zinseinnahmen zusammen, als der Kaufpreis des Anwesens ursprünglich ausgemacht hatte.

Viel Geld in Ausstattung des Bauernhofs gesteckt
Karner selbst hatte auf dem Anwesen eine 100 Quadratmeter große Wohnung. Bei Rechnungen über Bau- und Betriebskosten ist jedoch nicht genau zu erkennen, was der ASKÖ und was Karners Privatbereich zuzurechnen ist. 2010 tauchte der Bauernhof sogar in seinem Scheidungsvergleich auf: Da erhielt er den Wohnsitz zugesprochen und blieb Alleineigentümer.

Bei der Ausstattung des Sportbauernhofs ließ man sich ebenfalls nicht lumpen – allein der Traktor kostete demnach 35.000 Euro. Dieses gute Stück wurde laut der internen Dokumente über Leasing in Ratenzahlungen über drei Jahre finanziert. Bei der Kletterwand lief der Vertrag gleich über sechs Jahre – damit kostete sie samt Finanzierung statt "nur" 135.600 plötzlich 160.000 Euro. Karner selbst ließ sich von der ASKÖ demnach sogar bezahlen: Ab 1. Oktober 2006 kassierte er einige Zeit eine monatliche Pauschale von 1.500 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden