Di, 12. Dezember 2017

Gewusst, wie

14.08.2012 13:57

Outdoor-Survival-Tipps für Notfälle

Wer in der Natur unterwegs ist, läuft immer auch Gefahr, von unvorhergesehenen Ereignissen überrascht zu werden: Ein Unfall mit Verletzung oder simples Verirren können bei unzureichender Ausrüstung schnell zum Verhängnis werden. In einer Notlage reduzieren sich die Bedürfnisse aufs Wesentliche wie Wasser, Nahrung, Wärme oder Schutz. Grundlegende Überlebenstipps für draußen, welche diese Bedürfnisse abdecken, findest du hier.

Wasser
Das wichtigste ist, den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Der Mensch kann bei völliger Bewegungslosigkeit bzw. nur wenig Bewegung zwar theoretisch ein paar Tage ohne Wasser auskommen, sobald du schwitzt, braucht der Körper aber rasch Nachschub. Optimalerweise findest du einen Bach mit hoher Fließgeschwindigkeit, da bei diesem das Wasser nur gering verunreinigt ist.

Vorsicht ist bei Wasserläufen unterhalb von Weideflächen geboten, da dieses oft keimbelastet ist. Ebenso sollte man die Finger von stehenden Gewässern und Tümpeln lassen, da auch hier die Gefahr groß ist, Keime aufzunehmen. Als Faustregel gilt: Je schneller das Wasser fließt und je kälter es ist, desto eher ist es ohne Gefahr trinkbar. Auch sollte es klar sein und neutral riechen.

Sind keine Quellen oder Wasserläufe in der Nähe, kann Regenwasser durch Aufstellen von Gefäßen oder das Aufspannen von Planen aufgefangen werden. Oft ist Wasser aber nicht problemlos aufnehmbar, sondern rinnt nur an Felswänden entlang. In diesem Fall kannst du es auffangen, indem du einen Schnürsenkel zur Hand nimmst, ihn mit einem Ende an den Fels hältst und das andere Ende in ein Trinkgefäß hängst. Nach einigen Minuten ist ein Wasservorrat gesammelt.

Eine andere Option ist, Wasser aus Pflanzen zu gewinnen. Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit. Diese kannst du auffangen, indem du einen Plastiksack über einen Zweig mit Blättern bindest. Die abgegebene Feuchtigkeit kondensiert an der Plastikfolie, und es sammelt sich binnen drei Stunden etwa ein Schluck Wasser. Je mehr Plastiksäcke man zur Verfügung hat, desto mehr Wasser kann man klarerweise einfangen. Einfacher geht es hier mit Morgentau: diesen mit einem dünnen Tuch abwischen und das Tuch über einem Trinkgefäß auswringen.

Nach Möglichkeit sollte jegliches Wasser jedoch vor dem Genuss abgekocht oder gefiltert werden. Letzteres schafft man durch einen selbstgemachten Wasserfilter: Man braucht Stoff, Kohle, Sand, Kies und Moos sowie einen Behälter mit einem kleinen Auslauf. Der Stoff wird zu einem Beutel ähnlich einem Spritzbeutel beim Backen geformt. Die unterste Schicht ist die Kohle, dann kommen der Sand, Kies und das Moos. Die Kohle wirkt dabei antibakteriell und filtert selbst feine Schwebstoffe aus dem Wasser. Zunächst sollten jedoch einige Durchgänge gemacht werden, ohne zu trinken, da erst die Filtermaterialien selbst durchspült werden müssen.

Feuer
Auch Feuer machen zu können, ist sehr wichtig, damit der Körper z.B. in der Nacht nicht auskühlt. Du musst dazu zunächst einen geeigneten Platz für die Feuerstelle finden. Dieser sollte trocken und windgeschützt sein. Optimalerweise findest du eine kleine Senke im Boden oder einen erdigen Untergrund, bei dem du im Umkreis von zwei Metern um die Feuerstelle keine anderen brennbaren Materialien entflammen kannst. Die Feuerstelle sollte mit Steinen abgegrenzt und gesäubert werden.

Dann geht es ans Brennmaterial sammeln: Du brauchst kleine, trockene Zweige bzw. Reisig zum Entfachen und ausreichend größere, trockene Äste, um das Feuer in Gang halten zu können. Weiters brauchst du ein Feuerzeug oder Feuersteine. Diese musst du so aneinander schlagen, dass Funken entstehen, die auf das Reisig überspringen können. Dabei vorsichtig hinhauchen, damit genug Luft zu den Funken kommt.

Auch ein Brennglas kann bei Sonne helfen, wie etwa eine Lupe oder der Hohlboden einer Trinkflasche aus Glas. Du musst dabei nur die Sonnenstrahlen so einfangen, dass der gebündelte Lichtstrahl auf das Brennmaterial fällt.

Nahrung
Du kannst versuchen, Fallen zu bauen und damit ein Tier zu erlegen. Das ist mit einem Schnürsenkel oder einem dünnen Seil recht einfach zu bewerkstelligen: Du musst aus einem Seilende eine Schlaufe binden, die sich bei Zug zuzieht. Hierfür ein Seilende um das Seil selbst schlingen und mit einem Knoten diese „Mini-Schlaufe“ fixieren. Die Mini-Schlaufe muss sich flexibel am Seil auf und abwärts schieben lassen, sodass sich die dadurch entstandene große Schlaufe beliebig verkleinern und vergrößern lässt.

Die Schlaufe am Boden mit einem Köder fixieren und das Gegenende an einem herabgebogenen Zweig anbinden, sodass bei Wegnahme des Köders das Seil hoch- und die Schlaufe um das Tier herum zugezogen wird. Meist ist das Fallenstellen aber nicht sehr erfolgversprechend. Sollte doch ein Tier gefangen werden, muss es in jedem Fall gut durchgekocht oder gebraten werden, damit Keime abgetötet werden.

Leichter ist es, die Eiweißaufnahme über Regenwürmer, Maden, Ameisen, Grashüpfer oder Vogeleier zu bewerkstelligen. Regenwürmer sind in feuchter Erde durch leichte Grabarbeiten schnell zu finden. Maden warten im Unterholz. Beide sind gute Eiweiß- und Fettlieferanten. Der Ekelfaktor ist geringer, wenn man die Tiere in Löwenzahnblätter einwickelt. An Früchten und Pilzen solltest du nur nehmen, was du sicher kennst, da hier die Gefahr sehr groß ist, an etwas Giftiges zu geraten.

Schutz
Felshöhlen, Nischen oder trockene Flächen unter Bäumen sind gute Unterschlupfe. Im Sommer solltest dir einen Platz suchen, der nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Hast du keinen Biwaksack, keine Jacke oder Decke mit, kannst du dir mit Zweigen von Nadelbäumen etwas weiterhelfen und dir damit eine Unterlage gegen die Kälte aus dem Boden sowie eine Decke schaffen.

Orientierung
Du kannst mithilfe einer Armbanduhr recht leicht die Himmelsrichtungen feststellen. Richte die Uhr so aus, dass der Stundenzeiger auf die Sonne zeigt. Genau in der Mitte zwischen Stundenzeiger und der 12-Uhr-Position liegt Süden. Dies gilt auf der nördlichen Halbkugel. Auf der Südhalbkugel müsstest du die 12-Uhr-Position auf die Sonne richten. In der Mitte zwischen Stundenzeiger und 12 Uhr liegt Norden.

Hast du keine Uhr, kannst du dir mit einem Stock und zwei Steinen behelfen. Ramme den Stock in die Erde und markiere die Schattenposition mit einem Stein – das ist die Ost-Markierung. Warte ein paar Minuten und markiere die neue Schattenposition mit dem zweiten Stein – das ist die West-Markierung. Auf die so entstandene Linie zwischen den beiden Steinen lege einen Ast im rechten Winkel, damit bekommst du Norden und Süden.

Generell ist es im Gelände gut, nach Wegen, Trampelpfaden oder Flüssen bzw. Seen Ausschau zu halten, da diese meist zur Zivilisation zurückführen.

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