Do, 19. Oktober 2017

"Magische Arme"

06.08.2012 11:06

Exoskelett aus 3D-Drucker macht Zweijährige mobil

Dass 3D-Drucker nicht nur für Bastler und Techniker spannende neue Möglichkeiten eröffnen, beweist die zweijährige Emma aus den USA. Das mit einem Gendefekt geborene Mädchen wurde mit einem Exoskelett aus dem 3D-Drucker ausgestattet und kann damit erstmals seine Arme selbstständig bewegen.

Die Firma Stratasys wirbt mit Emmas Geschichte und Video (oben klicken) für seine 3D-Drucker und zeigt, wie das damit erstellte Exoskelett WREX (Wilmington Robotic Exoskeleton) Kindern hilft. Es besteht aus drehbaren Metallstangen, Kunststoff und Widerstandsbändern und ist besonders leicht.

Das ist auch nötig, denn Emma leidet an Arthrogryposis Multiplex Congenita, einer angeborenen Gelenksteife mit stark unterentwickelten Muskeln, aufgrund derer sie nicht genug Kraft hat, um ihre Arme zu bewegen. Die Ärzte hätten sie gewarnt, dass Emma nie irgendeine Art von Normalität erleben werde, beschreibt Mutter Megan Lavelle. Doch als ihre Tochter gelernt habe, sich ohne Gehhilfe zu bewegen, habe sie Hoffnung geschöpft.

Ganz neues Modell nötig
Ihre Arme jedoch konnte Emma nicht allein bewegen, was das Mädchen stark frustriert habe, so die Mutter. Bei einer Konferenz aber habe ein Achtjähriger WREX vorgeführt, woraufhin Megan Lavelle Kontakt zu den Herstellern vom Nemours/Alfred I. duPont Kinderspital in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware suchte. Dort wurde für die Zweijährige schließlich ein eigenes, ganz neues Modell gebaut, da die bisherigen Versionen an Rollstühle gebunden und erst ab sechs Jahren einsetzbar gewesen waren.

Exoskelett hilft auch emotionaler Entwicklung
Möglich wurde dies mit einem 3D-Drucker von Stratasys, da die so hergestellten Teile besonders leicht, aber trotzdem strapazierfähig genug für den täglichen Einsatz sind. Inzwischen sind fünfzehn Kinder mit maßgefertigten WREX-Konstruktionen ausgestattet. Dies helfe nicht nur bei der Bewegung, sondern auch dem kognitiven und emotionalen Wachstum, beschreibt Dr. Tariq Rahman vom Kinderspital. Forscher und Therapeuten begleiten und beobachten daher die Entwicklung des Mädchens.

"Magische Arme" entwickeln sich immer weiter
Mit dem Exoskelett - Emma nennt die Konstruktion ihre "magischen Arme" - kann das Mädchen nun endlich ohne fremde Hilfe spielen, malen, essen und vieles mehr. Die erste Anprobe sei ein magischer Moment gewesen, beschreibt die Mutter: "Alle im Raum haben geweint." Nachdem sie aus dem ersten Exoskelett herausgewachsen ist, wird Emma nun vom zweiten WREX gestützt. "Es entwickelt sich immer weiter", so Megan Lavelle.

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