Do, 23. November 2017

Krieg gegen Apple

31.07.2012 11:50

Samsung: „Über Rechtecke streiten ist unzumutbar“

In einem Interview teilt Samsungs Produktchef Kevin Packingham gegen Apple aus - passend zum Auftakt des Megaprozesses der beiden Streithähne in Kalifornien. Es sei aus Sicht Samsungs "unzumutbar, über Rechtecke zu streiten", so Packingham unter Verweis auf die oftmals sehr breit angelegten Design-Patente. "In einigen Fällen, für die meisten von uns in der Industrie, widerspricht das dem gesunden Menschenverstand."

Gegenüber "Wired" hat Packingham (Bild vom Jänner 2012) seine Standpunkte dargelegt. Er hoffe, dass sich die gesamte Industrie eines Tages wehren könne, wenn behauptet werde, dass ein Rechteck urheberrechtlich geschütztes Eigentum sein könne. Gerade diese sehr breit angelegten Design-Patente seien derzeit ein Problem für Samsung.

"Wir alle kratzen uns am Kopf und sagen: 'Wie ist es möglich, dass wir tatsächlich eine Debatte in der gesamten Industrie darüber haben und versuchen, die Konkurrenz zu ersticken?' Die Konsumenten wollen Rechtecke und wir streiten darüber, ob man ein Produkt in Form eines Rechtecks ausliefern kann", so Packingham. Samsung besitze zwar auch Design-Patente, konzentriere sich aber auf "wirklich relevante" Patente, die "unserer Meinung nach echtes intellektuelles Eigentum sind".

Samsung sieht Apple als ständigen Störenfried
Als Friedensstifter will sich Samsung dennoch nicht betätigen. Derzeit gebe es schließlich "nur eine Firma, die ständig den ersten Schuss abfeuert", holt Packingham zu einem weiteren Schlag gegen Apple aus. "Die meisten anderen scheinen wirklich gut miteinander auszukommen." Es habe in letzter Zeit abseits davon nur in wenigen Bereichen Auseinandersetzungen gegeben - und diese seien berechtigt gewesen und zu "vernünftigen" Konditionen gelöst worden. Man solle auf "guten, vernünftigen Dialog" setzen, statt "unsere Firmen zu isolieren und Innovationen auf dem Markt zu verhindern".

Geschworene ausgewählt
Indes hat am Montag der Megaprozess zwischen Apple und Samsung mit der Auswahl der zehn Geschworenen der Jury - sieben Männer und drei Frauen aus insgesamt 70 Kandidaten - begonnen (siehe Infobox). Die Eröffnungsplädoyers der Anwälte beider Seiten wurden für Dienstag angesetzt.

Apple fordert von Samsung mehr als 2,5 Milliarden Dollar (gut zwei Milliarden Euro), weil die Südkoreaner das iPhone und den Tablet-Computer iPad kopiert haben sollen. Samsung weist dies zurück und legt seinerseits Apple Patentverstöße im Bereich der Mobilfunktechnologie zur Last. Apple und Samsung fechten ihren Kampf um die Rechte an Technologien bei Smartphones und Tablets in mehreren Ländern aus.

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