Fr, 17. November 2017

In Salzburg-Stadt

24.07.2012 11:17

Mutiger Passant fing ausgesetzte Boa Constrictor

Ein couragierter Spaziergänger hat am vergangenen Freitag am Ufer der Glan in der Stadt Salzburg eine ausgewachsene Boa Constrictor gesichtet und eingefangen. Der Halter des Tieres dürfte mit dem stattlichen Reptil überfordert gewesen sein und dieses kurzerhand ausgesetzt haben. Im "Haus der Natur" in Salzburg fand die Boa schließlich am Sonntag ihr neues Zuhause.

Der Spaziergänger hatte die Boa Constrictor am Ufer des Flusses entdeckt und den Tierschutzverein benachrichtigt. Als Tierretter Uwe Gottschalk (Bild) eintraf, hatte der Mann das Reptil aber bereits selbst eingefangen. "Das war zwar mutig, ist aber nicht zur Nachahmung empfohlen", betonte Gottschalk - immerhin misst die Schlange stolze 2,30 Meter und ist knapp über sieben Kilogramm schwer.

Das schuppige Findelkind wurde im Anschluss von einer Tierärztin untersucht. "Das Tier war kerngesund und kam aus einer guten Haltung. Sie war an die Hand gewöhnt und nicht aggressiv", berichtete der Tierretter. Gottschalk geht davon aus, dass der Eigentümer der sogenannten "Abgottschlange" mit der Haltung des Exoten überfordert war und die Boa ausgesetzt hatte.

"Muss nicht immer eine Würgeschlange sein"
Im Umgang mit Exoten rief Gottschalk allerdings zur Vorsicht auf: "Erwachsene brauchen sich bei Würgeschlangen nicht zu fürchten, solange sie ruhig bleiben. Durchaus gefährlich können diese Tiere aber Kindern werden, etwa auf Spielplätzen." Boas gelten als nachtaktive Lauerjäger, die ihre Beute zu Tode würgen.

Gottschalk empfiehlt, Exoten keinesfalls selbst einzufangen, sondern Experten, die Polizei oder Feuerwehr zu alarmieren. "Es muss ja nicht immer eine Würgeschlange sein. Teilweise halten sich Menschen in Österreich auch Giftschlangen - mit Bewilligung oder auch illegal."

Zur Identifizierung gefundener Tiere schlägt Gottschalk vor, die Tiere chippen zu lassen. "Was für Hunde Pflicht ist, wäre auch bei Würgeschlangen oder größeren Exoten möglich. Hier ist der Gesetzgeber gefragt."

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