Sa, 25. November 2017

„Animal Hoarding“

24.07.2012 11:30

40 verwahrloste Hunde im Bezirk Tulln gerettet

Wieder sorgt ein dramatischer Fall von "Animal Hoarding" für Aufsehen: Im Bezirk Tulln hielt ein Ehepaar über 40 Hunde. Aufgeflogen sind die unbeschreiblichen Missstände nur, weil die verstorbene Hundebesitzerin aus ihrem Haus abgeholt werden musste. Den Helfern bot sich bei ihrer Ankunft ein schreckliches Bild: Überall waren abgemagerte und von Parasiten befallene Vierbeiner, die in ihren eigenen Exkrementen leben mussten. Alle Hunde wurden gerettet und werden nun gesund gepflegt.

"Das Betreten des Hauses war nur mit Atemschutz und Schutzbekleidung möglich. Trotzdem war es wegen des beißenden Urin- und Kotgestankes unmöglich, länger als ein paar Minuten in diesem Haus zu bleiben", erinnert sich Gaby Bachmayer vom Tierheim Dechanthof mit Schaudern. Ortsansässige Tierschützer hatten sie und ihre Kollegen alarmiert und um sofortige Mithilfe bei der Rettung der mehr als 40 Hunde gebeten.

Helfer schockiert von "unfassbaren Zuständen"
Die Tierschützer betraten einen Ort des Schreckens. Die zum Großteil unkastrierte Hunde waren von ihren Haltern in dem stark nach Kot und Urin stinkenden Wohnbereich unter unvorstellbaren Umständen gehalten worden. "Jedes einzelne Tier hat mit Sicherheit eine furchtbare Zeit in dieser Ansammlung von Dreck und unter Wasser- und Futtermangel durchleben müssen", schüttelt Bachmayer den Kopf. Trächtige Hündinnen mussten mittendrin ihre Welpen gebären - es wird vermutet, dass diese von den anderen Hunden zum Teil gefressen wurden.

Gerettete Hunde erholen sich langsam
"Wir haben neun Hunde übernommen. Sie sind stark unterernährt, von Parasiten befallen und hatten allesamt extrem verfilztes, mit Kot verklebtes Fell", berichtet Bachmayer. Am Dechanthof wurden die Vierbeiner erst einmal gebadet und mit einer Mahlzeit versorgt: "Auf reinen, flauschigen Decken und mit vollem Magen - diese Nacht wird wohl die schönste und ruhigste in ihrem bisherigen Leben gewesen sein." Bereits am nächsten Morgen zeigten sich die Vierbeiner schon deutlich ruhiger und zugänglicher.

Die kräftigeren Tiere werden in den kommenden Tagen geimpft und kastriert. Die Tierschützer hoffen, die beschlagnahmten Hunde schon bald an ein neues, artgerechtes Zuhause vermitteln zu können.

Für die Versorgung der Vierbeiner werden am Dechanthof dringend hochwertiges Dosenfutter für erwachsene Hunde und Welpen sowie Sensitiv-Futter für die Hunde mit beeinträchtigter Verdauung benötigt. Möchtest du mit einer Sach- oder Geldspende helfen, so findest du alle notwendigen Informationen hier.

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