So, 19. November 2017

„Sie kommen zurück“

24.07.2012 08:19

Schakal streifte mitten durch Ort in Niederösterreich

Seinen Augen hat ein Baumeister aus dem Bezirk Mödling in Niederösterreich kaum getraut, als plötzlich vor ihm ein Goldschakal durch die Hinterbrühl streifte. "Es wird immer häufiger Sichtungen geben, denn diese Tiere erweitern ihr Revier in Richtung Niederösterreich", erklärt ein Experte.

Als Baumeister Wolfgang Hartmann aus Guntramsdorf vor Kurzem in der Dreisteinstraße in der Hinterbrühl unterwegs war, fiel ihm in verbautem Gebiet ein Vierbeiner auf, der die Straße entlang trottete. Das Tier verschwand kurz in einer offenen Garage, trank aus einer Lacke und verschwand im Dickicht.

"Ich dachte zuerst an einen Fuchs. Das Tier hatte aber im Gegensatz zum Fuchs zu lange Läufe", schildert der Baumeister. "Es muss ein Schakal gewesen sein", schoss es ihm durch den Kopf. In nahen Maria Enzersdorf war der flinke Räuber ebenfalls gesehen worden.

"Mehrere Beobachtungen gemeldet"
Schakale bei uns? "Ja", bestätigt Günter Weinkopf aus Mödling, Jagdaufseher am Anninger. "Mir wurden mehrere Beobachtungen gemeldet." Artenschutzexperte Christian Pichler vom WWF pflichtet bei: "Da die Tollwut praktisch ausgerottet ist, erholen sich die Bestände der Goldschakale in Ungarn und auf dem Balkan. Bis 1920 gab es vermutlich auch Tiere rund um den Neusiedler See. Nun kommen sie zurück – und das ist gut für die Artenvielfalt."

Sollte man einem der bis zu 15 Kilogramm schweren Vierbeiner begegnen, heißt es: keine Panik. Die schlauen Tiere sind nicht angriffslustig und trollen sich meist rasch, wenn sie in Kontakt mit Menschen kommen. Pichler: "Bevorzugt fressen die Goldschakale Mäuse und Frösche." Aber auch Rehkitze und Schafe sind auf der Speisekarte des "Canis aureus". Nutztiere von Bauern können mit E-Zäunen effektiv geschützt werden.

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