So, 17. Dezember 2017

Hoffnungsträger

16.07.2012 14:51

Österreichische Top-Teams in Klagenfurt am Start

Für Österreich gehen in Klagenfurt etliche Hoffnungsträger an den Start. Hier findest du kurze Porträts der rot-weiß-roten Top-Teams.

Clemens Doppler/Alex Horst:
Rückblende: Vor einem Jahr bei der legendären Party im Schloss Loretto während des Beach-Turniers ging's mitunter heiß her. Nach einem "Krone"-Bericht waren Österreichs beste Beachvolleyball-Herren aufgebracht: Was ist wirklich dran an der Story, dass Clemens Doppler und Alex Horst in Zukunft ein Doppel bilden werden?

Das Resultat ist bekannt. Mittlerweile sind sie längst Österreichs Nummer eins. Und haben sich erst vor zwei Wochen in Moskau für die Olympischen Spiele qualifiziert. "Ein denkwürdiger Moment. Ich bin jetzt noch ganz euphorisch, wenn ich an den Matchball gegen Mexiko denke", berichtet Alex Horst. Er wurde knapp vor dem ersten Trainingslager erstmals Papa. Und hat somit den wohl süßesten "Daumendrücker" im Beachvolleyball-Lager.

Sportlich hatten die zwei Kämpfer zu Beginn ihrer Zusammenarbeit eine große Schwierigkeit: Keiner ist gelernter Blockspieler. "Doch schon alleine wegen meiner Größe war klar, dass ich mich darauf spezialisieren muss", sagt Clemens. Gelungen ist es ausgezeichnet, auch dank Trainer Harry Dobeiner. Was man den Männern in Klagenfurt zutrauen kann? "Alles!", antworten sie wie aus der Pistole geschossen. Zurückhaltung ist beim doppelten Europameister Clemens Doppler noch nie gefragt gewesen.

Mit seinen coolen Tattoos ist er ohnehin ein Mädchenschwarm – Alex glänzt mit seinen unglaublichen Muskeln. Und mit den spektakulären Abwehrleistungen. Unvergessen, als er er vor einigen Jahren noch zusammen mit dem "Stier" Flo Gosch eine Ball per Fallrückzieher wieder ins Feld befördern konnte. "Die Show ist in unserer Sportart besonders wichtig", bestätigt Horst, "wir wollen eben wirklich die Fans unterhalten. Denn hier in Klagenfurt sind das die besten der Welt!"

Xandi Huber/Robin Seidl
Vom Tellerwäscher zum Millionär? Dieser Vergleich ist bei ihm wirklich zulässig! Xandi Huber, Klagenfurts sentimentale Nummer eins, hat vom allerersten Turnier im Strandbad bis zu seinem jüngsten großen Auftritt im Vorjahr alles miterlebt. "Dieser Grand Slam hat gewissermaßen mein Leben geprägt, daran gibt's nicht zu rütteln", sagt der gebürtige Klagenfurter. Im Vorjahr besiegte er mit Robin Seidl sogar die Europameister und beinahe die Weltmeister.

Doch es gab ganz andere Jahre. "Begonnen hab ich hier als kleiner Ballbub, später war ich manchmal Assistenzschiedsrichter." Aber es gab auch die Zeit, in der er nicht einmal den Center Court betreten durfte, nicht einmal in die Qualifikation ran durfte. Nach wechselnden Partnern hat er mit dem Kärntner Landsmann Robin Seidl nun seinen "Schatten" gefunden.

Zu Beginn ihrer Karriere reisten sie oft stundenlang in Bummelzügen zu Turnieren an, nur in der Hoffnung, irgendwie in den Bewerb reinzurutschen. "Leere Kilometer hat es genug gegeben", bestätigt Huber. Aber mittlerweile gehört man zur erweiterten Weltklasse, konnte zusammen mit Clemens Doppler/Alex Horst die Olympia-Qualifikation schaffen. Es ist gerecht, dass letztlich Clemens und Alex fahren – und nicht wir", zeigen die Lokalmatadore Größe, "denn sie hatten heuer die besseren Resultate auf der World Tour."

Robins Mutter, eine Psychologin, ist Holländerin. "Deswegen fühle ich mich in einer internationalen Sportart besonders wohl", schmunzelt der Angreifer. Beide sind übrigens bei ihren Spielen "Kettenträger". "Meine Kette ist etwas ganz besonderes für mich. Sie ist eine Erinnerung an meinen verstorbenen Bruder", wird Xandi ernst. Robin bekam seine Kette von der Mutter geschenkt. Hoffentlich treiben sie die Glücksbringer heuer wieder zur großen Sensation.

Doris Schwaiger/Steffi Schwaiger
Wenn man im "1er-Dorfpub" in Großglobnitz in Niederösterreich den Stammtisch diskutieren hört, geht's natürlich um Beachvolleyball! Nein, in der kleinen niederösterreichischen Gemeinde bei Zwettl regiert nicht "König Fußball" die Wirtshausgespräche, sondern alles spricht von den Schwaiger Schwestern (im Bild). Bei den 366 Einwohnern stehen die Traktoren still, läuft das Internet heiß, wenn Doris und Steffi Schwaiger an den schönsten Stränden der Welt in ihren knappen Dressen die Gegnerinnen "vernaschen"!

Kein Wunder, haben beide Mädels auch schon im Dorfpub als Kellnerinnen gewerkt, kennt jeder Großglobnitzer die berühmtesten Töchter der Gemeinde persönlich. Und im Beachvolleyball-Zirkus sind sie auch längst allen bekannt. In der Weltrangliste sind Doris und Steffi immer wieder unter den Top Ten zu finden. Für die Olympischen Spiele in London hat man sich souverän und vorzeitig qualifiziert. Aber ein kleiner Makel ist in ihrer Erfolgsbilanz dennoch zu finden: Der Turniersieg fehlt (noch) auf der World Tour! Zweimal schafften es die Ladys schon in ein Endspiel, aber Gold baumelte letztlich nie um den Hals. In Klagenfurt gab’s sogar schon fünf Top-Ten-Platzierungen. Vier (!) neunte Plätze wurden von einem fünften Endrang 2010 überstrahlt. "Diesmal gibt es nur ein Ziel: Wir wollen ins Halbfinale. Zumindest!"

Verletzungen nervten die Schwestern die letzten Jahre leider immer wieder, dafür gibt ihnen die Familie den großen Rückhalt. Die Brüder Ulrich und Tobias sind in Klagenfurt Stammgäste, Vater Manfred managt sie sogar. Und das Lieblingslied der österreichischen Medaillenanwärterinnen sagt ganz genau, worauf sich die Fans am Wörthersee gefasst machen müssen: "Let me entertain you!", hat Robbie Williams schließlich nicht nur aus Jux getextet.

Sara Montagnolli/Babsi Hansel
Taschentücher raus, es werden die Tränen fließen! Sara Montagnolli und Babsi Hansel bestreiten in Klagenfurt ihr allerletztes gemeinsames Turnier. Mehr noch: Sara wird nach dieser Saison überhaupt die Finger vom "Mikasa" lassen. "Ja klar, so eine Entscheidung tut weh. Schließlich hab ich die schönsten Jahre meines bisherigen Lebens auf der Tour gehabt. Aber es ist Zeit zu gehen", erklärt die Tirolerin, die nach wie vor zu den besten Abwehrspielerinnen der Welt zählt. "Ich will endlich wieder daheim sein, nicht immer nur aus dem Koffer leben."

15 Jahre war Sara Profi-Beachvolleyballerin, erreichte zweimal mit Babsi das Halbfinale in Klagenfurt, eroberte mit ihr Bronze auf der World Tour in Marseille und wurde Vize-Europameisterin. Und jetzt? Der letzte Vorhang, das letzte Mal Party pur in Klagenfurt, eine allerletzte große Show! "Es wird enorm sentimental", ist sich auch Hansel, die in Zukunft mit Leni Jirak spielen wird, bewusst und verspricht "Gänsehaut vom ersten bis zum letzten Ballwechsel".

Die Fans MÜSSEN sie bei der Abschieds-Gala feiern wie nie. Schon alleine weil diese zwei Ladys Grand-Slam-Veranstalter Hannes Jagerhofer nackt um den Stephansdom laufen ließen. Der hatte nämlich noch in grauer Urzeit der Veranstaltung lauthals diese scheinbar todsichere Wette angeboten. Würde jemals ein rot-weiß-rotes Team am Finaltag noch im Bewerb stehen, fallen die Hüllen. Aber er hat nicht mit diesen Champions gerechnet!

Seine Schuld hat er brav eingelöst. Aber das war nur ein Glanzpunkt, den Sara & Babsi hier in Klagenfurt setzen konnten. Es gibt kein Team der Welt, das sie nicht schon einmal bezwungen hätten. Die Blondinen waren gefürchtet, weil sie scheinbar unaufholbare Rückstände in Marathon-Siege verwandeln konnten. Und heuer zeigen sie ein letztes Mal ihr gemeinsames Können. Mit Sara tritt eine Legende ab. Sie wird allen schmerzlich fehlen.

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