Mi, 22. November 2017

Diese Mittel helfen

14.08.2017 10:14

So halten Sie Wespen ganz ohne Chemie fern

Jeden Sommer das gleiche Lied: Man sitzt gemütlich bei Kaffee und Kuchen oder gegrillten Köstlichkeiten - und schon schwirren ungeladene Gäste um und vor allem auf das vermeintliche Gratis-Buffet: Wespen können so manche Mahlzeit im Freien gründlich verleiden. Ungefährlich sind sie für Allergiker, kleine Kinder und Haustiere zudem auch nicht. Einige Hausmittel, um die Wespen möglichst fern zu halten.

Fairerweise muss jedoch vorab gleich einmal ein falsches Image der Wespen richtig gestellt werden: Im Gegensatz zu den "fleißigen Bienen" gelten die Wespen noch immer gemeinhin als ziemlich faule und daher ebenso nutzlose wie unerwünschte Garten-Mitbewohner. Doch Wespen sind auch nützlich: So fressen sie z.B. Blattläuse und andere Insekten und bestäuben Blüten. Allerdings hauptsächlich, wenn sie auf Nahrungssuche sind, um den eigenen Bedarf zu stillen.

Wespen sind unermüdlich auf der Suche
Vor allem nach Nahrung. Nicht nur für sich, sondern auch, um die große Brut zu versorgen. Den Großteil des Tages ist sie daher unterwegs, um die erforderliche Menge Futter aufzutreiben. Ihr Angriff auf unser Essen ist reiner Selbsterhaltungstrieb: Zucker benötigen sie als eine Art Treibstoff und Eiweiß für ihre Nachkommenschaft. Gestochen wird übrigens auch nur, wenn sie sich bedroht oder angegriffen fühlen.

Gefährlich wird ein Wespenstich meist erst dann, wenn Allergiker, kleine Kinder oder (kleinere) Haustiere davon betroffen sind. Da Wespen keinerlei Scheu davor haben, auch in offene Gläser oder Flaschen zu krabbeln, besteht die Gefahr des Verschluckens (Stich in Speiseröhre und Erstickungsgefahr!).

So halten Sie Wespen fern:

  • Keine offenen Lebensmittel: Trinkgläser, Flaschen oder Lebensmittel sollten niemals über einen längeren Zeitraum hindurch offen im Freien gelassen werden. Wurde das Essen beendet, sollten die Speisen gleich weggeräumt werden. Wichtig: Mistkübel abdecken!
  • Fliegenschutzgitter verwehren Wespen (und auch anderem Getier wie Gelsen) den Zugang in Innenräume. Oftmals hilft bereits ein vorgezogener Vorhang.
  • Achtung auf Farben: Wie auch Bienen und Schmetterlinge werden Wespen von Farben angezogen. Auf grell-bunte Farben (Gelb und Blau) fliegen sie ebenso wie auf Schwarz. Weiß, die Farbe der Imker, gefällt ihnen hingegen überhaupt nicht. Daher im Hochsommer bei Kleidung und Tischdeko eher zu hellen Farben greifen.
  • Kaffeetrick: Einen Aschenbecher mit drei bis vier Löffeln Kaffeepulver füllen, ein Streichholz anzünden und hineinstecken. Das sollte Wespen bis zu eineinhalb Stunden fernhalten. Auch gut: Spicken Sie eine Zitrone mit Nelkenstäbchen.
  • Tomatenstauden und Basilikumblätter: Sollen ebenfalls Wespen abhalten. Sowohl Tomatenstauden als auch Basilikum, Zitronenmelisse oder Minze können leicht in Töpfen auf Balkonen und Terrassen angepflanzt werden. Zusatzvorteil: Hilft es gegen Wespen nichts, liefern Tomatenstauden und Basilikum frische und gesunde Zutaten für die Küche.
  • Der Weglock-Trick: In ausreichender Entfernung zum Tisch den Wespen ein Gratis-Buffet einrichten. Zum Beispiel mit Limonade, angeschnittenen Weintrauben, zuckerhältigen Speiseresten oder einem Blatt Schinken (Protein).
  • Trinkgläser mit Strohhalm: Da kann man noch so aufpassen - schnell ist eine Wespe im Limonadenglas verschwunden. Vor allem für Kinder sind geschlossene Trinkbecher, aus denen mit Strohhalm getrunken wird, ein guter Tipp.
  • Gerüche: Was dem Vampir nicht recht, ist auch der Wespe nicht billig: Frischer Knoblauchgeruch soll vertreibend wirken, Nelken-, Lavendel- und Zitronengeruch ebenfalls. Manche Menschen schwören auch auf Räucherstäbchen oder Weihrauch.
  • Kein Holz-Poliermittel: Ist eine Einladung im Freien geplant, verzichtet man auf ein vorheriges Einlassen oder Polieren des Holztisches. Denn Holzpflegemittel und Polituren enthalten Bestandteile, die Wespen geradezu magisch anziehen. Für Sie selbst gilt: wenig bis gar kein Parfüm tragen.

Am besten ist es, Wespen gar nicht erst zu nah kommen zu lassen bzw. sie wirkungsvoll zu vertreiben - auch aus Rücksicht auf andere Gartenbewohner (z.B. Vögel fressen Wespen) möglichst ohne Chemiekeulen.

Richtiges Verhalten schützt
Was aber tun, wenn sich die Wespen gegen all diese Fernhalte-Tricks völlig immun zeigen und unbeeindruckt um Tisch und Speisen schwirren? Einhelliger Rat der Wespen-Experten: Ruhig bleiben, denn Wespen stechen meist erst dann, wenn hektische Handbewegungen als Angriff gedeutet werden. Und: Ist erst einmal gestochen, wird ein Alarm-Duftstoff ausgestoßen, der andere Wespen anlockt und zum Stechen auffordert. Auch sollten Wespen nicht direkt angehaucht werden. Durch das im menschlichen Atem enthaltene Kohlendioxid geraten sie in Panik - und gehen zum Angriff über.

Achtung: Vorsicht ist geboten, da sich Wespen beim Nestbau besonders aggressiv verhalten können. Im Zweifelsfall die Nester von einer fachkundigen Person entfernen lassen. Wespennester sollten übrigens nur in der Zeit zwischen April und Mitte August entfernt werden - danach sind sie zu dicht besiedelt. Hier muss dann gewartet werden, bis im Herbst die Völker abgestorben sind. Nester nicht selbst mit Salmiak verbrennen (Brandgefahr!).

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