Di, 21. November 2017

Achtung, Schmuggler

09.07.2012 14:58

Tiergarten sponsert Ausbildung von Artenschutzhunden

Seltene Papageien im Koffer, kleine Schildkröten im Handgepäck: Der organisierte Schmuggel von bedrohten Tierarten ist ein Milliardengeschäft und eine große Bedrohung für die Artenvielfalt. Auch Touristen kaufen im Urlaub aus Unwissenheit Souvenirs, für die Tiere gefährdeter Arten getötet wurden. Artenschutzhunde, die bei den Gepäckskontrollen des Zolls am Flughafen Wien eingesetzt werden, sind eine zeitgemäße Methode im Kampf gegen den Tierschmuggel. Nun wurden im Tiergarten Schönbrunn zwei neue Artenschutzhunde präsentiert, deren Ankauf vom Tiergarten und vom Verein der Freunde des Tiergartens finanziert wurde.

"Artenschutz ist unser Hauptanliegen. Seit Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit des Tiergartens mit dem Österreichischen Zollamt. Nun freuen wir uns, dass der Tiergarten und der Verein der Freunde sogar zwei Hunde sponsern konnten", so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Der Deutsch-Kurzhaar "Lord" (im Bild) ist bereits beim Zollamt Eisenstadt am Flughafen Wien im Einsatz. Der Labrador Retriever "Reno" steht noch am Beginn seiner etwa zweijährigen Ausbildung. Dabei wird er spielerisch auf Gerüche von Schlangen, Papageien und Co. trainiert.

"Bereits seit Jahren unterstützt uns der Tiergarten bei der Ausbildung der Artenschutzhunde mit sogenannten Geruchsträgern und lebenden Reptilien, schult die Hundeführer in der sicheren Handhabung teils gefährlicher Tierarten und ist nicht zuletzt auch oft Auffangstation für die beschlagnahmten Tiere", erklärt Rudolf Druml vom Österreichischen Zoll. Artenschutzhunde arbeiten extrem effektiv. Hundeführerin Regina Eitel: "Innerhalb kürzester Zeit kontrollieren sie Gepäckstücke, ohne dass diese geöffnet werden müssen. Da Hunde einen guten Riecher haben, reichen schon geringe Duftspuren aus."

Derzeit kontrollieren 75 Mitarbeiter des Zolls mit Unterstützung von vier Diensthunden den Reiseverkehr rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Unter anderem konnten dabei im Bereich Artenschutz 51 Aufgriffe alleine in den letzten eineinhalb Jahren verzeichnet werden, so der Schönbrunner Zoo in einer Aussendung. Zwei besonders findige Schmuggler hätten zum Beispiel versucht, 74 Papageieneier aus Jamaika, verpackt in Keksschachteln und einer Kokosnuss, nach Österreich zu bringen. Die aufgegriffenen Eier wurden darauf in den Tiergarten Schönbrunn gebracht und dort ausgebrütet - 45 junge Papageien konnten erfolgreich aufgezogen werden. Die Zahlen zeigen, dass die Kooperation zwischen dem Tiergarten und dem österreichischen Zoll auch für den Artenschutz einen vollen Erfolg darstelle, so Tiergartendirektorin Schratter.

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