So, 19. November 2017

‚Vier Pfoten‘ entsetzt

29.06.2012 13:30

Ukrainischer Baby-Braunbär brutal der Mutter entrissen

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat schockierendes Videomaterial veröffentlicht: Im Mai diesen Jahres wurde im Zoo im ukrainischen Lutsk das damals erst vier Monate alte Braunbär-Weibchen "Nastia" seiner Mutter weggenommen und brutal in eine viel zu kleine Transportkiste gesteckt. Ein Tierhändler hatte Nastia erworben, um sie als Fotomodell für Touristen weiterzuverkaufen. Die "Vier Pfoten" fordern nun gemeinsam mit der "Krone": Gebt Nastia ihrer Mutter zurück!

Die Videoaufnahmen der "Vier Pfoten" zeigen: Während der gesamten Aktion schreit der kleine Bär markerschütternd und versucht sich zu wehren, seine Mutter läuft daneben panisch in ihrem Käfig auf und ab. Später ist zu sehen, wie der traumatisierte Baby-Bär wütend und verzweifelt seinen Blechnapf gegen die Käfigwand schleudert.

"Außergewöhnlich brutal"
"Es sind die schockierendsten Bilder, die ich in meiner langen Laufbahn als Tierschützer erlebt habe", sagt Dr. Amir Khalil, Projektleiter des "Vier Pfoten"-Hilfsprogramms in der Ukraine, das sich neben Streunerhunden auch um misshandelte Bären kümmert. "Nicht nur die außergewöhnliche Brutalität, die angewandt wurde, zeugt von Unmenschlichkeit. Ein Bärenkind bleibt in der Wildnis normalerweise etwa zwei Jahre bei der Mutter – wird es ihr frühzeitig entrissen, hat das für das Baby Traumata und eine fehlende Sozialisierung zur Folge."

"Vier Pfoten" fordern sofortige Beschlagnahmung
Überdies bedeute die Zukunft als Touristenattraktion für die kleine Nastia ein Leben in Qualen, das jeder artgerechten Haltung von Bären widerspricht, so der Veterinärmediziner Khalil. Der Verkauf von Zootieren an Private ist in der Ukraine illegal. Amir Khalil: "Wir fordern vonseiten der ukrainischen Regierung die sofortige Beschlagnahmung des kleinen Bären. Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Mutter und Kind müssen so rasch wie möglich wiedervereint werden. Wir stehen den Behörden uneingeschränkt zur Verfügung und rufen die Bevölkerung auf, im Falle einer Beschlagnahme uns bei der Errichtung eines bärengerechten Geheges zu helfen."

Die "Vier Pfoten" haben gemeinsam mit den ukrainischen Behörden in den vergangenen Monaten bereits vier Bären aus widrigsten Bedingungen befreit. Die aktuellen Bilder und die Machenschaften skrupelloser Tierhändler untergraben diese Bemühungen und zeigen die Brutalität des Geschäfts mit Wildtieren.

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