So, 19. November 2017

GP von Europa

24.06.2012 19:55

Lokalmatador Fernando Alonso gewinnt in Valencia

In einem verrückten Formel-1-Rennen hat Fernando Alonso am Sonntag einen grandiosen Heimsieg beim Europa-Grand-Prix in Valencia gefeiert. Nach dem Ausfall des führenden Sebastian Vettel raste der Ferrari-Superstar von Platz elf aus zum 29. GP-Sieg seiner Karriere und gleichzeitig auch zur WM-Führung. Mit Alonso, Kimi Räikkönen und Michael Schumacher, der erstmals nach dem Comeback auf das Podest kam, standen drei ehemalige Ferrari-Weltmeister auf dem Valencia-Podest.

51.000 Zuschauer sprangen bei fast 30 Grad auf den Tribünen wie elektrisiert auf, als der nur von Platz elf gestartete Alonso in der 34. Runde in Führung ging. Am Tag nachdem Xabi Alonso Spanien ins Halbfinale der Fußball-EM geschossen hatte, sorgte der andere Alonso in Valencia damit neuerlich für spanischen Jubel. "Den Heim-Grand-Prix zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes", sprach der 30-jährige Spanier, der als erster Zweifachsieger der Saison auch eine große Serie beendete, von einem seiner emotionalsten Erfolge überhaupt.

Bevor für Alonso die Zielflagge geschwenkt wurde, bekamen die Zuschauer auf dem an sich eher langweiligen Valencia Street Circuit überraschend viel Action geboten. Dabei sah bis zur Rennmitte alles nach dem souveränen Valencia-Hattrick für Vettel aus. Der Deutsche lag dank neuem Unterboden an seinem wiedererstarkten Red Bull nach einem perfekten Pole-Start schon 20 Sekunden voraus, ehe ihn eine seiner Meinung nach unnötige Safety-Car-Phase um den Erfolg brachte.

Denn Vettel büßte dadurch zunächst seinen ganzen Vorsprung ein, gleich nach dem Re-Start gab dann die Lichtmaschine den Geist auf und der RB8 des Deutschen rollte aus. Wahrscheinlich als Folge des langsamen Fahrens unter großer Hitze, vermutete nicht nur Motorsport-Direktor Helmut Marko.

Weltmeister Vettel stinksauer
Vettel schleuderte danach enttäuscht seine Handschuhe weg. "Es hat mir das Genick gebrochen. Es ist richtig schlecht gelaufen, denn ich konnte vorne problemlos wegziehen", ärgerte sich der 24-Jährige, der durch sein Out in der WM mit 85 Punkten auf Platz vier abrutschte.

Marko litt mit seinem Piloten: "Sebastian ist ein fantastisches Rennen gefahren, er war bei weitem nicht am Limit, hat das Rennen souverän kontrolliert." Der Grazer durfte sich am Ende eines irren GP wenigstens über Platz vier für den nur von Platz 19 los gefahrenen Mark Webber freuen. Der Australier (91) ist nun sogar WM-Zweiter hinter Alonso (111).

Maldonado räumt Hamilton weg
Das Rennen wurde nach dem Vettel-Out so richtig turbulent. Denn auch der auf Platz zwei liegende Romain Grosjean im Lotus schied mit ähnlichem Defekt aus und kurz vor Schluss "räumte" Pastor Maldonado mit seinem Williams auch noch den auf Platz drei liegenden McLaren des bisherigen WM-Leaders Lewis Hamilton aus dem Weg.

Für diese Aktion erhielt Madonado nachträglich eine Durchfahrtsstrafe, also einen Zeitzuschlag von 20 Sekunden. Damit fiel der ursprünglich auf Platz zehn klassierte Venezolaner, der heuer schon den Grand Prix in Barcelona gewonnen hat, aus den WM-Punkterängen. Platz zehn erbte sein Williams-Teamkollege Bruno Senna.

Schumacher auf dem Podest
Der "Rempler" an Hamilton ebnete für Schumacher noch den Weg auf das Podium. Der Deutsche war darüber so aufgeregt, dass er bei der Pressekonferenz in Englisch weitersprach, obwohl er in seiner Landessprache dran gewesen wäre. "Das sind so spezielle Momente. Wir wurden oft kritisiert. Ich danke dem Team, dass es immer hinter mir gestanden ist", sagte der 43-Jährige.

Nach dem Rennen musste Schumacher aber noch einige Stunden zittern, denn gegen den Deutschen lief eine Untersuchung, weil er trotz Gelbphase am Heckflügel seines Mercedes das sogenannte DRS-System geöffnet hatte.

Red Bull hatte das Vergehen Schumachers aufgedeckt, weil Webber im Finish direkt hinter dem siebenfachen Weltmeister hergefahren war. Erst auf Druck der Österreicher, die auf einen Podestplatz für Webber gehofft hatten, rang man sich zu einer Untersuchung gegen den Deutschen durch.

Das Vorgehen von Red Bull war nachvollziehbar, nachdem Vettel für das gleiche Vergehen heuer in Barcelona eine Durchfahrtsstrafe erhalten hatte. Bei Schumacher entscheid man aber für den Piloten, weil dieser laut Aufzeichnungen beim Einfahren in die Gelb-Zone signifikant langsamer geworden sei. Damit unterscheide sich dieser Fall deutlich von jenem im fünften Saisonlauf, hieß es fast vier Stunden nach Rennende.

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