Fr, 24. November 2017

In nur einem Monat

14.06.2012 10:28

Bande ergaunert in OÖ mit „Neffentrick“ 168.000 Euro

In nur einem Monat hat eine Bande in Oberösterreich mit dem sogenannten Nichten- bzw. Neffentrick unglaubliche 168.000 Euro ergaunert. Ermittlern gelang es nun, ein führendes Mitglied der Gruppierung, einen 58-jährigen Polen (Bild), festzunehmen. Der Mann steht laut Polizei im Verdacht, an zumindest sechs vollendeten Taten und mehr als 50 Versuchen beteiligt gewesen zu sein.

Die Bande, der der 58-Jährige angehört, ist nach Auskunft des Landeskriminalamts im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv und perfekt organisiert: In Polen wird eine Art Call-Center betrieben, von dem aus die Opfer angerufen und die Täter an Ort und Stelle benachrichtigt werden, erklärte ein Ermittler.

13 Minuten vom ersten Telefonat bis zur Geldübergabe
Die Vorgehensweise der Bande ist meist recht ähnlich: Mithilfe von Telefon-CDs werden potentielle Opfer, meist Frauen mit alt klingendem Namen, ausgewählt und angerufen - beispielsweise Anna, Annemarie, Berta oder Cäcilia stünden dabei hoch im Kurs, so der Ermittler. Im Laufe des Gesprächs geben sich die Täter als Verwandte aus und erschleichen sich so das Vertrauen ihrer gutgläubigen Opfer.

Schließlich gibt der vermeintliche Verwandte eine finanzielle Notsituation vor und bittet um Geld. "Hat jemand angebissen, wird umgehend der Komplize vor Ort angerufen, um die Beute abzuholen", erzählte der Beamte. Zumeist wird dabei ein Treffen vor der Wohnung vereinbart und dort die Geldübergabe abgewickelt. "Das geht blitzschnell", so der Polizist. Bei einem Fall in Steyr hätten die Täter im Dezember vom ersten Telefonat bis zur Übergabe gerade einmal 13 Minuten gebraucht.

Polizei sucht nach weiteren Opfern
Mit dieser Betrugsmasche versuchte die Bande allein im Monat Mai bei insgesamt 56 Menschen in Oberösterreich ihr Glück. In sechs Fällen hatten die Täter auch Erfolg und erbeuteten insgesamt 168.000 Euro.

Da der inhaftierte 58-Jährige im Verdacht steht, an weiteren Taten beteiligt gewesen zu sein, sucht die Polizei nun nach weiteren Opfern.

Zweckdienliche Hinweise werden an das LKA OÖ unter der Telefonnummer 059133/403310 erbeten.

Die polnische Polizei zeige sich laut Fahnder übrigens nur wenig kooperativ und argumentiere, dass Telefonieren alleine nicht strafbar sei.

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