Do, 23. November 2017

Von Hang gelöst

13.06.2012 09:23

Fels stürzte auf Terrasse: „Dachte, die Erde bebt“

Eberhard Rogy ist am Montag gerade im Wohnzimmer seines Hauses in St. Michael in Salzburg gesessen, als sich plötzlich ein fünf Tonnen schwerer Felsen von einem Hang löste und auf die Terrasse der Familie donnerte. "Ich dachte, die Erde bebt", schilderte Rogy das schockierende Erlebnis. Eine Gartenmauer konnte gerade noch verhindern, dass der Steinbrocken bis ins öffentliche Schwimmbad rollte.

Der 72-jährige Salzburger war alleine zu Hause. Er sah sich gerade im Fernsehen seine Lieblingssendung an, als die Erde rund um sein Haus im Schwimmbadweg zu vibrieren begann.

"Terrasse ist kaputt und Garage ebenso"
"Draußen haben alle Bäume gewackelt, und dann hat er den Felsen auf unserer Terrasse gesehen", so Ehefrau Margit (61), die wenig später heimkehrte. Der Brocken hatte sich rund 100 Meter oberhalb des Hauses aus einem steilen Waldhang gelöst. "Wenn unsere Mauer nicht gewesen wäre, wäre der Felsen noch ins Schwimmbad gerollt."

Verletzt wurde bei dem Vorfall glücklicherweise niemand, der angerichtete Schaden ist jedoch enorm. "Die Terrasse ist kaputt und die darunterliegende Garage ebenso. Ich fürchte, wir müssen beides abreißen. Den Rasenmäher und das Werkzeug, das in der Garage war, wird man nicht mehr gebrauchen können", klagte die 61-Jährige. Zudem hatte der Felsen die Bäume im Garten umgemäht.

"Wir müssen jetzt warten, bis jemand von der Versicherung kommt. Bis dahin dürfen wir nichts anrühren", so die Rogys. Auch der Brocken muss liegen bleiben, wo er jetzt ist.

"So etwas kann immer wieder mal passieren"
Am Dienstag sahen sich bereits Katastrophenreferent Philipp Santner (weiteres Bild rechts) und Landesgeologe Valentin (links) die Unglücksstelle an und ließen den unmittelbaren Gefahrenbereich sperren. "Offenbar sind die Wurzeln eines Baums in den Felsen hineingewachsen und haben ihn zusammen mit eindringendem Wasser und Frost im Laufe der Jahre gelockert. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. So etwas kann immer wieder mal passieren", erklärte der Landesgeologe.

Da sich dort noch mehr lockeres Gestein lösen könnte, wird der Hang in den nächsten Tagen penibel abgeputzt. "Auch in dem Bereich neben jenem, wo der Felsen herausbrach, ist noch jede Menge lockeres Gestein", so Valentin. Bis dahin dürfen die Rogys nicht in ihren Garten.

Das Wohnhaus selbst sowie die Nachbargebäude liegen außerhalb der gefährdeten Zone. "Es gibt dort auch keinen Wander- oder Spazierweg. Es kommen also sicher keine Menschen im Steinschlagbereich vorbei", so Valentin.

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