Fr, 24. November 2017

Mit 270 Mann

12.06.2012 16:04

Polizei-Großeinsatz gegen chinesische Schlepperbande

Ein Schlag gegen eine chinesische Schlepperbande ist der heimischen Polizei gelungen. Am Dienstag wurden in Niederösterreich, Kärnten und Wien zeitgleich Hausdurchsuchungen vorgenommen, fünf Personen wurden festgenommen. Die Liste der Vorwürfe gegen die Bande ist umfangreich, laut Polizei umfasst sie unter anderem Schlepperei und die Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Seit Jänner waren die Ermittler aus Niederösterreich und Kärnten der Bande auf der Spur. Die zuständige Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hatte die insgesamt acht Hausdurchsuchungen angeordnet und fünf Haftbefehle ausgestellt. 240 Polizeibeamte und 30 Mitarbeiter der Finanzpolizei waren am Vormittag im Einsatz. "Die erste Sichtung der sichergestellten Dokumente und Beweismittel hat den bestehenden Tatverdacht erhärtet", sagte ein Sprecher des Landespolizeikommandos Kärnten am Nachmittag.

Die Täter schleppten Landsleute nach Österreich, wo sie dann ihre Schulden durch Schwarzarbeit abarbeiten mussten. Der Vorwurf lautet "entgeltliche Beihilfe zum unbefugten Aufenthalt sowie Ausbeutung von Fremden". Dazu wurden Scheinehen vermittelt, um Aufenthaltsbewilligungen zu erschleichen, und Menschen mit fremden Ausweisen versorgt. Zu den Vorwürfen gehört auch organisierter Sozialbetrug.

Einvernahmen gestalten sich schwierig
Wie viele Menschen die Bande nach Österreich eingeschleust hat, steht noch nicht fest. "Wir sind diesbezüglich noch am Anfang", hieß es. Die Einvernahme der Festgenommenen gestaltete sich trotz des Einsatzes von Dolmetschern ausgesprochen schwierig, die Verdächtigen seien laut Polizei sehr wortkarg.

Die Exekutive war am Nachmittag noch damit beschäftigt, die Identität der Festgenommenen zu überprüfen. Mit weiteren Details zu der Aushebung der Bande sei frühestens am Mittwochnachmittag zu rechnen, hieß es bei der Polizei.

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