Sa, 20. Jänner 2018

ATP-Turniere neu

30.06.2005 21:22

Radikale Änderungen bei ATP-Bewerben

Mit radikalen Änderungen will die Herren-Tennis-Profivereinigung ATP noch in dieser Saison ihre Doppel-Wettbewerbe aufwerten und mehr Stars aus dem Einzel zu Auftritten im Doppel animieren.

Ab September sollen bei zahlreichen Turnieren nur noch fünf statt traditionell sechs Spielgewinne zum Satzerfolg genügen. Außerdem sind nicht mehr mindestens zwei Spiele Vorsprung erforderlich. Bei 4:4 gibt es einen Tiebreak, das knappste Satzergebnis wäre damit ein 5:4, das klarste ein 5:0. Zudem sollen die Doppel häufiger auf Hauptplätzen stattfinden und öfter im Fernsehen gezeigt werden.

Probleme dürfte es künftig jedoch für Spezialisten geben, die auch im Doppel nur zu begrenzten Erfolgen kommen. Rainer Schüttler und Alexander Waske kritisierten die Pläne nach ihrem Viertelfinal-Aus im Doppel dagegen als "Frechheit" und erklärten, die Änderung sei gegen den Willen der Spieler beschlossen worden. Spieler-Präsident Schüttler kündigte an, es werde deswegen noch "Ärger geben".

Interviews und Umfragen
Die Änderungen seien bereits in der vergangenen Woche in Wimbledon beschlossen worden, teilte die ATP am Donnerstag mit. Empfohlen hatte sie eine Projektgruppe unter Leitung des ATP-Vizepräsidenten für Europa, Horst Klosterkemper. Die Gruppe hatte dazu 100 Tennis-Profis interviewt und auch eine Umfrage unter den Fans veranstaltet. "Alle Gruppen waren sich einig, dass einige Verbesserungen nötig waren", wurde Klosterkemper zitiert. Einzel-Spieler würden eher im Doppel starten, wenn die dort durchschnittlich mehr als 90 Minuten langen Matches kürzer seien, fügte er hinzu. Zudem gebe es für die Spieler oft Probleme, Doppel mit dem eigenen Spielplan zu vereinbaren.

Ab 2008 soll zudem eine neue Doppel-Weltrangliste entscheiden, wer zu den Wettbewerben zugelassen wird. Einfließen sollen je zur Hälfte die Ergebnisse aus Einzel und Doppel. "Langfristig wird das dazu führen, dass die meisten Doppel aus Spielern bestehen, die im Einzel antreten", erklärte Klosterkemper. French-Open-Sieger Rafael Nadal, der oft im Doppel spielt, begrüßte die beabsichtigten Änderungen. "Mehr Einzelspieler werden es wahrscheinlich so wie ich machen und öfter Doppel spielen", sagte der Spanier.

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