Do, 19. Oktober 2017

20 Jahre danach

08.06.2012 19:10

Mysteriöser Tod von 25-Jähriger: Rätsel um fremde DNA

Bei den kürzlich wieder aufgenommenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Salzburg im mysteriösen 20 Jahre zurückliegenden Todesfall einer 26-jährigen Salzburgerin (Bild links) liegt nun ein DNA-Gutachten vor. Zur Klärung trägt es zwar nicht unmittelbar bei, doch das Ergebnis habe seinen Mandanten nicht weiter belastet, sagte Rechtsanwalt Leopold Hirsch (Bild rechts), Verteidiger des erneut in Verdacht geratenen Witwers der Verstorbenen. Allerdings gibt eine bisher unidentifizierbare DNA-Spur Rätsel auf.

Bei der DNA-Untersuchung diverser Gegenstände aus der Wohnung wurden demnach biologische Spuren von Ermittlern, Rotkreuz-Helfern, der Verstorbenen selbst und auch ihrem Ehemann festgestellt. Dass vereinzelt Spuren seines Mandanten gefunden wurden, sei nicht außergewöhnlich, da er ja der Ehemann gewesen sei, betonte der Advokat. Es seien aber auch Fragmente eines bisher unbekannten Y-DNA-Profils dabei gewesen. Von welcher männlichen Person dieses Profil stammt, wisse man nicht.

Freispruch 1994, Wiederaufnahme 2007
Der mittlerweile 55-jährige Witwer hatte einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Todesfall stets bestritten. "Er war zur Tatzeit nicht am Tatort", sagte Hirsch. Der Verdächtige war am 23. Juli 1993 vom Landesgericht in der Causa wegen schwerer Körperverletzung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden, doch das Oberlandesgericht (OLG) Linz sprach ihn ein Jahr später frei. Die Eltern des Opfers strengten seit Ende 2007 eine Wiederaufnahme des Verfahrens an, die aufgrund eines Gutachtens der Gerichtsmedizin vom OLG im Herbst 2010 schließlich bewilligt wurde.

Todesursache konnte nie eindeutig geklärt werden
Die Mutter einer damals eineinhalbjährigen Tochter lag am 2. November 1991 tot in ihrer Wohnung im Salzburger Stadtteil Gnigl. Bei der Obduktion stellte man später fest, dass stumpfe Gewalt auf die Frau ausgeübt worden war. Auf der Stiege zur Wohnung standen zwei mit Benzin gefüllte Bierflaschen, die mit Geschirrtuchstreifen verstopft waren. Daneben lag eine Zigarette, die offensichtlich ausgegangen war. Fünf ärztliche Gutachten konnten damals nicht klären, woran die junge Mutter zu Allerseelen gestorben war.

Das DNA-Gutachten hatte die Staatsanwaltschaft Salzburg beantragt. Ob eine Anklage erhoben wird, ist noch nicht entschieden, die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Familie der Verstorbenen hofft, dass der Fall endlich aufgeklärt wird.

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