So, 19. November 2017

Maggies Kolumne

08.06.2012 14:54

Leere Meere

Hätte jemand zu Beginn des 20. Jahrhunderts behauptet, die Fischbestände in den Meeren könnten einmal zu Ende gehen, er wäre schlichtweg für verrückt gehalten worden. Der Reichtum der Ozeane erschien als schier unerschöpflich. Aber Irren ist menschlich.

Der Bestand der großen Speise- und Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai ist bereits um 90 Prozent zurückgegangen. Gerade die für die Fortpflanzung so wichtigen Altfische, die für Nachkommen sorgen könnten, fehlen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gelten mehr als die Hälfte aller Fischbestände als bis an die biologische Grenze befischt!

Jetzt könnte man denken, dass Aquakulturen des Rätsels Lösung sind. Fakt ist jedoch, dass zum Beispiel Thunfisch, der zu den begehrtesten Arten zählt, nicht nachgezüchtet werden kann. Das bedeutet: Es werden wildlebende Jungfische gefangen, um sie anschließend innerhalb kürzester Zeit auf das Schlachtgewicht zu mästen. In ihren Käfigen haben sie aber, ebenso wie die gleich beim Fang getöteten Tiere, niemals die Möglichkeit, für Nachwuchs zu sorgen.

Für Konsumenten stellt sich nun die Frage: Welchen Fisch darf ich denn noch ohne schlechtes Gewissen genießen? Am besten wäre, man greift auf heimische Bio-Ware zurück. Beim Einkauf von Meeresfischen sollte man auf das blaue MSC-Siegel achten. Es ist das weltweit einzige anerkannte Siegel für nachhaltige Fischerei, und das BIO-Siegel garantiert umweltverträgliche Zuchten ohne den Einsatz von Chemikalien und Antibiotika.

Eine tolle Orientierungshilfe beim Kauf von Fisch oder auch für den Restaurantbesuch bietet der WWF-Einkaufs- und Sushiratgeber. Beide können unter www.wwf.at/meere abgerufen werden.

Ist das Meer erst leer, ist es zu spät, um zu handeln!

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