Do, 18. Jänner 2018

Nach Facebook-Flop

31.05.2012 09:14

Börsengänge anderer Online-Firmen wackeln

Das Börsendebakel von Facebook hält andere Internetunternehmen vom Gang aufs Parkett ab. Die US-Reisesuchmaschine Kayak hat den Versuch, potenziellen Investoren ihre Aktien vorzustellen, abgeblasen, auch der russische Facebook-Nachahmer Vkontakte will nun doch nicht an die Börse. Die Facebook-Aktie hat am Mittwoch unterdessen den nächsten Tiefpunkt erreicht.

Kayak will nach Informationen des "Wall Street Journal" erst den Appetit der Investoren auf Internetaktien prüfen, bevor diese vorgestellt werden. Der Gründer von Vkontakte, Pawel Durow, hatte schon am Montag erklärt, sein Unternehmen plane bis auf Weiteres keinen Börsengang mehr, weil der Facebook-Flop die Investoren abgeschreckt habe.

Die Facebook-Aktie sinkt indes immer tiefer: Am Mittwoch sackte das Papier des sozialen Netzwerks im Handelsverlauf auf bis zu 27,86 Dollar ab (22,40 Euro). Letztlich ging die Aktie mit 28,19 Dollar aus dem New Yorker Handel und verlor damit gut zwei Prozent im Vergleich zum Vortag. Der Ausgabepreis hatte bei 38 Dollar gelegen. Damit haben Anleger, die direkt beim Börsengang die Aktie kauften, bisher mehr als ein Viertel ihres Geldes verloren.

Instagram-Kauf unter der Lupe
Ein Grund für das weitere Abschmelzen dürfte gewesen sein, dass sich die US-Wettbewerbsbehörde FTC den Kauf des Bilderdienstes Instagram durch Facebook im Detail anschaut. Der Abschluss des Geschäfts dürfte dadurch verzögert werden, was in der schnelllebigen Internetwelt zum Problem werden kann.

Facebook hatte den Kauf eigentlich bis Ende Juni abschließen wollen; zuletzt sprach das Unternehmen nur noch von einem Abschluss in diesem Jahr. Je länger die Übernahme sich hinauszögert, desto schlechter sieht der Deal im Moment auch für die bisherigen Instagram-Eigner aus: Ein Teil des ursprünglich auf eine Milliarde Dollar veranschlagten Kaufpreises wird in Aktien beglichen. Die fielen auch nachbörslich weiter.

Schwere Vorwürfe gegen beteiligte Banken
Kayak wird bei den Börsenplänen ebenso wie Facebook federführend von der Investmentbank Morgan Stanley unterstützt. Den Bankern wird eine deutliche Mitschuld an Facebooks verpatztem Börsengang vorgeworfen: Sie hätten sich bei der Nachfrage verschätzt und deshalb sei der Preis zu hoch angesetzt worden. Von Anfang an gab es Kritiker, die den bei 104 Milliarden Dollar angesetzten Wert des Unternehmens für übertrieben hielten.

Vorsicht statt hoher Bewertung
Dem "Wall Street Journal" zufolge will Kayak die Facebook-Erfahrung berücksichtigen und eher eine "konservative" Bewertung anstreben. Auf der Website kann man nach Flügen, Übernachtungen und Mietwagen-Angeboten suchen. Eine Sprecherin sagte der Zeitung, man könne nicht von einer Verschiebung der Börsenpläne sprechen, weil kein fester Termin angekündigt worden sei. "Wir warten, bis die Marktbedingungen unseren Anforderungen entsprechen", erklärte sie. Kayak hatte den Börsengang bereits vor eineinhalb Jahren angemeldet.

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