Fr, 15. Dezember 2017

Schiefe Optik

30.05.2012 13:33

Bürgermeister von Freistadt ließ sich Baku-Reise zahlen

Kritik gibt es an einer Reise zum Song-Contest-Finale in Baku, die sich Christian Jachs (ÖVP), Bürgermeister der Trackshittaz-Heimatstadt Freistadt, nach dem Ausscheiden der österreichischen Song-Contest-Teilnehmer zahlen ließ. Den Großteil der Kosten von 4.700 Euro hätten allerdings Sponsoren übernommen, nicht aber der Steuerzahler.

"Ich war als Fan dort. Und nach dem Ausscheiden der Jungs war es wichtig, sie moralisch aufzubauen", erklärt Jachs seine Reise zum Song-Contest-Finale, zu der er außerdem zwei Journalistinnen und die Fanclubleiterin eingeladen hatte. Doch das Fan-Dasein ist enden wollend, wenn es um die Kosten geht.

Obwohl der Freistädter als Bundesrat monatlich rund 4.000 Euro und als Bürgermeister mehr als 5.000 Euro brutto verdient, suchte er sich für seinen Ausflug zum Finale Sponsoren. Daran wäre nichts auszusetzen, meint VP-Landesrat Max Hiegelsberger: "Es sind keine Gemeindegelder geflossen. Wenn sich jemand Sponsoren sucht, ist das eine saubere Vorgehensweise."

"So eine Reise ist reines Privatvergnügen"
Das sieht die Freistädter Opposition anders. Sichtlich verärgert ist SP-Vizebürgermeisterin Ulli Steininger: "Er ist unser Feier-Bürgermeister und veranstaltet oft Feste mit Sponsoren. So eine Reise ist reines Privatvergnügen – die Finanzierung werden wir im Prüfungsausschuss durchleuchten." Wer viele Sponsoren habe, schaffe gleichzeitig Abhängigkeiten. "Und das ist sehr bedenklich", so Steininger.

Kritik kommt auch von BZÖ-Gemeinderat Rainer Widmann: "Es wäre schlimm, wenn dafür öffentliche Gelder geflossen sind, wie es bereits der Fall war." Denn schon 2011 soll Jachs einen Traktor um Tausende Euro als Geschenk für die Trackshittaz aus Sponsorengeldern und seinen Verfügungsmitteln als Stadtchef finanziert haben. Die jeweiligen Rechnungshöfe sollten Dienstreisen von Politikern prüfen und jährlich einen Bericht an den Nationalrat liefern, fordert Widmann, der ebenfalls Abgeordneter ist.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden