Di, 23. Jänner 2018

Gesund oder nicht?

06.06.2012 12:24

Moderne Mythen rund um die Ernährung im Check

Eier steigern den Cholesterinspiegel und Spinat enthält viel Eisen. Diese und ähnliche Erkenntnisse haben sich in unser Wissen rund ums Thema Ernährung eingebrannt. Aber wie eisenhaltig ist Spinat tatsächlich und sind Eier wirklich schuld an einem zu hohen Cholesterinspiegel? Wir klären über die modernen Ernährungsmärchen auf!

Spinat enthält viel Eisen
Der Klassiker unter den Ernährungsmärchen! Aber leider enthält Spinat nicht so viel Eisen, wie so mancher Spinatfan sich das wünscht. Dieses Gerücht hat seinen Ursprung in einem ganz simplen Rechenfehler, bei dem eine Kommastelle verrückt worden war. Dennoch gehört Spinat zu den eisenreicheren Gemüsesorten, er ist und bleibt gesund.

Eier sind ungesund und erhöhen den Cholesterinspiegel
Falsch! Hühnereier gehören nämlich zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Sie enthalten praktisch alle wichtigen Nahrungsinhaltsstoffe. Und auch wenn Eier viel Cholesterin enthalten, sind sie gesund: Das im Eidotter enthaltene Cholesterin erhöht Studien zufolge das gefährliche LDL-Cholesterin nicht. Im Gegenteil: Im Eidotter befindet sich reichlich Lecithin, das den Cholesterinspiegel deutlich senkt.

Schimmelpilze auf der Marmelade sind nicht so schlimm
Oft wird empfohlen, bei Lebensmitteln, die von Schimmelpilzen befallen werden, nur die schimmligen Stellen zu entfernen und den Rest einfach aufzuessen. Besonders gepriesen wird dieses Prinzip bei Marmelade. Im dem Moment aber, in dem du den Schimmelpilz bewegst, verstreut er seine Sporen und kann ungestört weiterwachsen. Schimmelpilze produzieren zum Beispiel das Gift Aflatoxin, das zu erheblichen Leberschäden führen kann. Wirf verschimmelte Lebensmittel also lieber weg!

Wenn es heiß ist, muss man weniger essen
Unser Körper ist leider nicht in der Lage, sich seine Umgebungswärme als Energie zunutze zu machen. Im Gegenteil. Um die Körpertemperatur konstant zu halten, braucht er sogar Energie. Auch Schwitzen kostet uns Kraft. Neben einer ausreichenden Nährstoffzufuhr ist aber vor allem das Trinken von mineralstoffreichem Wasser oder verdünnten Säften eine entscheidende Hilfe, um fit durch den Sommer zu kommen.

Alkohol hilft bei der Verdauung
Genau das Gegenteil ist der Fall. Bier und hochprozentige Alkoholika wie Schnaps oder Wein haben einen ungünstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel und die Verdauung. Lediglich bestimmte Kräuterliköre und artischockenhaltige Produkte können in begrenztem Umfang die Fettverdauung unterstützen. Alkohol verdünnt nicht das fette Essen, sondern die Magensäure. Nach der Aufnahme von Alkohol steigt zudem der Triglyzeridspiegel im Blut massiv an, er hemmt den Fettabbau und macht dick. Der angeblich verdauungsfördernde Effekt von Alkoholika ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass der Alkohol die Wahrnehmung für eine zu große Mahlzeit verändert: Du nimmst also unter Alkoholeinfluss den Magendruck weniger deutlich wahr.

Chips und Schokolade machen Pickel
Bisher gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis für einen solchen Zusammenhang. Wie Schokolade oder Chips Talgdrüsen verstopfen sollen, ist völlig unklar.

Gespritztes Obst ist gesundheitsschädlich
Es gibt Verordnungen, in denen Höchstmengen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln festgelegt sind. Diese garantieren dem Verbraucher den risikofreien Genuss von Obst und Gemüse. Diese Werte werden ständig überprüft. Außerdem würde in der heutigen Zeit kaum jemand Obst und Gemüse ungewaschen verzehren.

Frisches Brot verursacht Bauchschmerzen
Ein allseits beliebtes Märchen aus vergangenen Tagen. Wer frisches Brot isst, lebt ungesund, so der Volksmund. Doch wer isst schon noch altes Brot? Diese Annahme ist vermutlich ein Überbleibsel aus jener Zeit, als Brot zu den elementarsten Nahrungsmitteln gehörte und nicht verschwendet werden durfte: Es sollte immer das "alte" Brot verzehrt werden, bevor der frische Laib angeschnitten wurde. Wer frisches Brot isst, hat also schlimmstenfalls mit Blähungen zu kämpfen, von einer "ungesunden" Ernährung kann hier nicht die Rede sein.

Viele weitere Ernährungsmärchen sowie alles Wichtige zum Thema Ernährung findest du in "Moderne Ernährungsmärchen" von Sven-David Müller-Nothmann, Prof. Dr. Michael Vogt und Doreen Nothmann (schlütersche).

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