Fr, 19. Jänner 2018

Keine Spur von Leiche

24.05.2012 20:26

Fall Wastl: U-Haft über verdächtigen Tischler verhängt

Im Fall der seit fast elf Jahren vermissten Heidrun Wastl aus Wiener Neustadt ist am Donnerstagabend über den unter Mordverdacht stehenden 41-jährigen Tischler die Untersuchungshaft verhängt worden. Es bestehe nicht nur aus Sicht der Anklagebehörde, sondern auch aus jener des Landesgerichts "dringender Tatverdacht", teilte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, mit. Von der Leiche der Frau fehlt indessen weiterhin jede Spur.

Der 41-Jährige bestritt auch am Donnerstag, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein. Er blieb bei seiner Version, wonach die damals 37-Jährige bei einem Waldspaziergang gestürzt, mit dem Kopf gegen einen Stein geprallt und leblos liegen geblieben sei. In Panik habe er die Sterbende zurückgelassen, schilderte er.

Ermittler zweifeln an Aussagen
Die Ermittler haben daran allerdings Zweifel - galt der Mann doch schon ein Jahr nach dem Verschwinden Wastls als Verdächtiger, weil er als Verfasser eines "Abschiedsbriefes" ausfindig gemacht worden war, der vier Tage nach dem Verschwinden der Frau bei Wastls Ehemann einlangte. Ein "tragfähiger Beweis für eine Täterschaft" konnte damals laut Polizei jedoch nicht erbracht werden.

Der Beschuldigte muss nun zunächst für zwei Wochen hinter Gitter, dann steht die erste Haftprüfung an. Der Anwalt des 41-Jährigen, Ernst Schillhammer, wollte am Donnerstag noch keine inhaltliche Stellungnahme abgeben. Er habe seinem Mandanten in der Früh einen ersten Besuch abgestattet und mit ihm gesprochen, jetzt müsse er erst einmal die Akten einsehen, sagte er.

Noch keine Leiche gefunden
In dem vom Beschuldigten genannten Waldstück bei Lanzenkirchen im Ortsteil Ofenbach (Bezirk Wiener Neustadt) hatten am Dienstag und Mittwoch 14 Leichenspürhunde und ihre Hundeführer nach den Überresten der Frau gesucht. Bevor die Polizei die Suche fortsetzt, soll der 41-Jährige noch einmal befragt werden, um die Stelle im Wald besser lokalisieren zu können.

Das 50 Hektar große Gebiet soll mit seiner Hilfe in Sektoren eingeteilt werden, um es systematisch zu durchsuchen, erklärte der Sprecher des Bundeskriminalamtes, Mario Hejl. Mithilfe der speziell ausgebildeten Leichenspürhunde soll es auch nach über zehn Jahren noch möglich sein, menschliche Überreste aufzuspüren.

Seit 2001 verschollen
Heidrun Wastl gilt seit dem 28. September 2001 und somit seit bald elf Jahren als vermisst. Die Kindergartenhelferin wollte an jenem Tag ihren sechsjährigen Sohn um 11.30 Uhr von der Schule abholen, kam dort aber nie an. Der Fall wurde im Juli 2002 auch in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" aufgegriffen. Wastl wurde mittlerweile von ihrem Ehemann für tot erklärt. Das mysteriöse Verschwinden der damals 37-Jährigen wird seit Jänner 2012 im Rahmen des "Cold Case"-Managements vom Bundeskriminalamt neu untersucht.

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