Di, 23. Jänner 2018

Skandal-Urteil

23.05.2012 15:37

Arzt half CIA bei Bin-Laden-Suche: 33 Jahre Haft

Ein pakistanisches Gericht hat einen Amtsarzt zu 33 Jahren Haft verurteilt, weil er den USA beim Aufspüren des später getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden geholfen hatte. Shakeel Afridi sei am Mittwoch des Hochverrats schuldig gesprochen worden, sagte ein Beamter der Verwaltung des Distrikts Khyber, der anonym bleiben wollte. Richter Matahir Zeb habe Afridi außerdem zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 3.300 Euro verurteilt.

Shakil Afridi hatte im Auftrag der CIA Impfungen durchgeführt, um so an DNA zu gelangen und die Anwesenheit Bin Ladens in seinem Anwesen in der pakistanischen Stadt Abbottabad zu bestätigen. Allerdings ist unklar, ob er einen entscheidenden Hinweis liefern konnte.

Der Prozess wurde Afridi auf der Grundlage von drakonischen Gesetzen für die halbautonomen Stammesgebiete gemacht. Diese rühren noch aus der britischen Kolonialzeit her und erlauben unter anderem Sippenhaft. Nach diesem Recht ist der Vertreter der Zentralregierung und Verwaltungschef im Distrikt Khyber zugleich der Richter.

Da Afridi aus dem Khyber-Distrikt komme, habe man ihm dort nach diesen Gesetzen den Prozess machen können, sagte der Verwaltungsbeamte. Afridi könne gegen das Urteil nicht in Berufung gehen. Nur der Staatspräsident oder der Gouverneur der benachbarten Provinz Khyber-Pakhtunkhwa - in dessen juristischen Zuständigkeitsbereich die Stammesgebiete fallen - könnten die Strafe erlassen.

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