So, 19. November 2017

Erbgut untersucht

23.05.2012 11:24

Forscher erkennen „alten“ Rassen Sonderstatus ab

Wissenschaftler haben einigen vermeintlich uralten Hunderassen ihre Sonderstellung aberkannt - zumindest genetisch. Das Erbgut der bisher als besonders alt geltenden Rassen wie Akita oder Chinesischer Shar-Pei hat keine besondere Ähnlichkeit mit den ersten domestizierten Rassen. Genetisch seien die Parallelen so wie bei anderen Hunderassen auch, fand ein internationales Forscherteam unter Federführung der britischen Durham Universität heraus.

Der Grund dafür sei, dass die unterschiedlichen Vierbeiner über Jahrtausende immer wieder miteinander gekreuzt wurden, schrieben die Wissenschafter um Greger Larson in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). Das Team hatte genetische Daten von fast 1.400 Hunden aus 35 Rassen untersucht.

Es gebe zwar einige Rassen wie Basenji (Bild), Saluki und Dingoe mit einer abweichenden genetischen Signatur. Doch das gehe entgegen früherer Untersuchungen nicht auf eine direkte Verbindung zu ihren Vorfahren zurück. Grund sei vielmehr, dass sie längere Zeit geografisch isoliert lebten, fasste Larson die Forschung zusammen.

Solche Rassen sind jedoch eher eine Ausnahme. Viele Hunderassen begleiteten den Menschen über alle Kontinente hinweg und blieben daher nicht über längere Zeit isoliert. "Wir lieben unsere Hunde und sie haben uns über alle Kontinente begleitet", sagte der Evolutionsbiologe.

Allerdings mache diese Allgegenwart der Hunde und ihre lange Geschichte es den Forschern nun schwerer, die genetischen Spuren der Tiere in der Zeit zurückzuverfolgen. Hunde seien schon vor 15.000 Jahren von Menschen domestiziert worden. "Aber seit 2.000 Jahren haben wir sie als Haustiere und heute gibt es kaum noch Hunde für Arbeitsaufgaben."

Die Studie bestätige weitgehend die Ergebnisse anderer Untersuchungen, sagte die Biologin Ruth Bollongino von der Arbeitsgruppe Paleogenetik am Institut für Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Hunde sind sich so ähnlich, dass sich Rassen genetisch nicht klar trennen lassen." Die Einstufung in Rassen nach äußerlichen Merkmalen sei schließlich erst vor rund 200 Jahren eingeführt worden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).