Do, 26. April 2018

Ankunft in New York

20.05.2012 10:04

Bürgerrechtler Chen ist "glücklich, in Amerika zu sein"

Nach Jahren der Gefangenschaft in seiner Heimat ist der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng als freier Mann in den USA eingetroffen. Der blinde Aktivist landete am Samstag auf dem Internationalen Flughafen Newark bei New York. "Ich bin glücklich, in Amerika zu sein", sagte der auf Krücken gestützte Mann mit der Sonnenbrille kurz nach seiner Ankunft vor einer wartenden Menge in der Universität von New York.

Er sehe seinem neuen Leben mit gemischten Gefühlen entgegen, sagte er einem CNN-Reporter während des Fluges. Nach seiner Ankunft lobte er die chinesische Regierung, diese habe die Situation mit "Ruhe und Zurückhaltung" gehandhabt. "Ich hoffe, dass sie zu einem offenen Diskurs findet und sich den Respekt und das Vertrauen der Menschen erwirbt", sagte Chen vor Journalisten am Gelände der New York University, an der künftig studieren soll. Der 40-Jährige, der sich in seiner Heimat vor allem für Opfer von Zwangsabtreibungen eingesetzt hatte, will in den USA ein Jurastudium beginnen.

Weißes Haus dankt China
Chinas Regierung hatte ihm die Ausreise zu Studienzwecken erlaubt. Ein befreundeter Jurist habe Chens Familie bereits eine Wohnung organisiert, hieß es. Das Weiße Haus und das Außenministerium in Washington begrüßten die Entwicklung und lobten die chinesischen Behörden. "Wir drücken unseren Dank für die Art und Weise aus, in der wir diese Angelegenheit klären konnten, um Herrn Chens Wunsch zu unterstützen, in den USA zu studieren und sein Ziel zu verfolgen", so Außenministeriums-Sprecherin Victoria Nuland.

Indem er das Land verlässt, um zu studieren, will Chen sich eine Tür für eine mögliche Rückkehr nach China offenhalten, wo er einen Teil seiner Familie zurückgelassen hat. Mehrfach hat der Aktivist die Sorge darüber geäußert, dass seine Angehörigen wegen seiner Flucht Repressalien der chinesischen Behörden erleiden müssten.

Ausreise beendet diplomatische Krise
Die Ausreise in die USA markiert einen vorläufigen Schlusspunkt im diplomatischen Tauziehen zwischen den USA und China um den Aktivisten, der jahrelang seiner Freiheit beraubt und teilweise misshandelt wurde. Er war nach 19 Monaten Hausarrest in seinem Heimatdorf Dongshigu in der Provinz Shandong mit Hilfe von Freunden in die US-Vertretung in der Hauptstadt geflüchtet (siehe Infobox). Nach sechs Tagen verließ er die Botschaft unter Zusagen, mit seiner Familie vereint zu werden. Aus Angst um seine Sicherheit entschied er sich dann aber doch für die Ausreise.

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